Von Freitag bis Sonntag trafen sich auf dem Militärgelände bei Bettwil rund 350 Töffbegeisterte, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu frönen. Von sehr weit hergereist sind Jukka Vainio und Partnerin Pivi Vilén aus Finnland. Vainio interessiert sich seit seiner Kindheit für Motorräder und nutzte den Besuch bei Freunden in der Schweiz zu einem Abstecher ans Egli-Treffen. Die Egli-Bikes seien in Finnland nicht so bekannt, berichtet er, aber er kenne ihren Wert.

Ebenfalls aus dem Norden, aus Dänemark, kommen Flemming Juhl und Karsten Møller Thomsen. Beide sind seit vielen Jahren Egli-Bike-Fans und eigens für das Treffen fast 1500 Kilometer in den Süden gefahren. «Schön gemütlich in zwei Tagen», berichtet Juhl. Für Juhl ist es der erste Besuch beim Treffen, während Møller Thomsen schon häufiger dabei war. Andere wie Sven Thomsen und Sven Scharrenberg aus Schleswig-Holstein verbinden das Treffen mit einem längeren Motorrad-Urlaub in der Schweiz. Scharrenberg organisiert zusammen mit anderen ausserdem einmal im Jahr ein Egli-Treffen in Eckernförde bei Kiel.

Für den 77-jährigen Fritz W. Egli selbst sind diese Treffen immer wieder spannend: «Es ist toll, meine Motorräder wieder zu sehen und die Freude zu erleben, die ihre Besitzer nach wie vor daran haben.» Viele der Motorräder seien Jahrzehnte alt und würden in Ehren gehalten. «Es sind eben keine Konsumgüter», hält Egli fest. Jürg Lindenmann, Werkstattmeister und Organisator der Veranstaltung, sagt ebenfalls, dass es eine Freude sei, die vielen Motorräder auf den Treffen zu sehen. «Keines gleicht dem anderen», betont er. Ausserdem freue es ihn, viele Freunde wieder zu treffen, die von weit her kommen. «Wir müssen oft Freundschaften über grosse Distanzen pflegen», fügt Lindenmann hinzu.

Viele Teilnehmer aus Deutschland

Ein grosser Teil der Teilnehmer kommt aus Deutschland, von Flensburg über Köln bis Freudenstadt sind viele Städte vertreten. Aber auch Schweizer aus der näheren und weiteren Umgebung wie aus Luzern und dem Emmental reisen zum Treffen an. Einig sind sie sich alle darin, dass ein Egli-Bike etwas Besonderes ist.

Dieter Kaltenbach aus Freudenstadt stellt klar, es sei eben kein Motorrad von der Stange. Und Hans Peter Walser aus Regensberg erklärt: «Es ist das einzige Töff, bei dem sich mir die Haare aufstellen.» Walser ist auch für ein Filmteam mit Helikopter verantwortlich. Er ist ein grosser Egli-Fan und besitzt einige der Töffs. «Nur die Egli-Vincent fehlt noch», sagt er. Die Ausfahrrouten plante Jürg Lindenmann so, dass der Helikopter gute Sicht auf die Fahrer hatte. Ausserdem sei es ihm wichtig gewesen, den Gästen die nähere Umgebung zu zeigen. So ging die etwa 60 Kilometer lange Tour durch das Seetal, den Hallwilersee entlang. Der dabei aus dem Heli gedrehte Film sei für die Teilnehmer später eine schöne Erinnerung, sagte Lindenmann.