Merenschwand

Biber-Streit: Gemeinde und Pro Natura einigen sich – der Biber-Damm kommt weg

Der Biber-Damm, wegen dem 71 Hektaren Land überflutet wurden, wird abgerissen. Das haben Pro Natura, Gemeinde und Bauern beschlossen.

Im Streit um den Biber-Damm haben die beteiligten Parteien eine Lösung gefunden. Das teilt Pro Natura mit. Die Umweltverbände sind damit einverstanden, dass der eindrückliche Biber-Damm im Unterrütikanal für ein Jahr entfernt wird. Nach Regenfällen wurden wegen des Damms 71 Hektaren Landwirtschaftsland überflutet. Das brachte die Weizenernte von Landwirten in Gefahr. 

Die Gemeinde verpflichtet sich, eine Idee auszuarbeiten, wie Bauern und Biber in Zukunft in diesem Gebiet zusammenleben können. Die Lösung haben Pro Natura, Gemeinde und mehrere Bauern ausgearbeitet. 

Acht Bauern hatten Anfang August ein Gesuch für den Abbruch des Biberdamms eingereicht. Laut den Bauern wäre die Gefahr, dass die Mähdrescher bei der Ernte einsinken und massive Schäden an den Kulturen anrichten würden, immens. Auch die anschliessende Ansaat der Folgekulturen könnte wegen der Vernässung nicht erfolgen. «Der Biberdamm muss sofort weg», forderten die Bauern deshalb.

Pro Natura argumentierte dagegen, «das Hauptproblem in Merenschwand liegt nicht beim Biber, sondern in der nicht mehr angemessenen Bewirtschaftung eines Gebiets, das eigentlich ein Feuchtgebiet wäre». 

Laut Pro Natura wurden in der Schweiz seit 1850 mehr als 200'000 Hektaren Feucht- und Riedwiesen, Quellen, Moore und Bruchwälder durch Drainagen der Landwirtschaft geopfert. Der Kanton habe deswegen 90 Prozent seiner Feuchtgebiete verloren. Wasserlebensäume und die Biodiversität seien zunehmend gefährdet. (pz)

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