Rottenschwil

Biber-Damm darf nicht entfernt werden

Der national geschützte Biber – hier ein vor drei Jahren in Bremgarten geknipstes Jungtier – darf in seinem Rottenschwiler Revier bleiben. AZ-Archiv/Andrea Weibel

Der national geschützte Biber – hier ein vor drei Jahren in Bremgarten geknipstes Jungtier – darf in seinem Rottenschwiler Revier bleiben. AZ-Archiv/Andrea Weibel

Der Kanton Aargau lehnt ein Gesuch des Gemeinderats von Rottenschwil zum Abbruch des Damms im Werderhölzli ab. Der Biber darf damit in seinem Rottenschwiler Revier bleiben.

Die Biberfamilie im Werderhölzli kann nicht vertrieben werden. Der Kanton hat ein Gesuch des Gemeinderats Rottenschwil fürs Abbrechen des dortigen Biberdamms abgelehnt. Den Auftrag zum Einreichen des Gesuchs hatten dem Gemeinderat die Ortsbürger erteilt, denen das bewaldete Werderhölzli-Gebiet unweit der Reuss gehört. Wegen Frass-Schäden an Gehölz und Bäumen und wegen der zunehmenden Vernässung des Waldbodens wollten die Ortsbürger den Damm entfernen lassen. Die Nutzbarkeit des Waldes nehme laufend ab, argumentierten sie.

«Keine erheblichen Schäden»

Im ablehnenden Gesuchsentscheid hält die Sektion Jagd und Fischerei des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt fest: «Die Entfernung von Biberdämmen kann nur erlaubt werden, wenn man dadurch erhebliche Schäden vermeiden kann. Zum heutigen Zeitpunkt liegen keine massiven Schäden vor, die einen Eingriff in den Lebensraum des Bibers rechtfertigt.» Weiter heisst es in der Begründung des Kantons, das betroffene Waldstück befinde sich in einem Auengebiet von nationaler Bedeutung. Da passe der Biber bestens hin, denn die Erhaltung und Förderung der auentypischen Tier- und Pflanzenwelt gehöre zu den Schutzzielen der Auengebiete. Und weil der Wald beim Damm auf auentypischen Standorten stocke, sei ein ertragreiches Bewirtschaften dieses Waldstücks ohnehin nicht möglich.

«Konflikt anders entschärfen»

Im Weiteren schlägt der Kanton vor, den Konflikt um die unterschiedlichen Nutzungsinteressen im Werderhölzli durch geeignetere Massnahmen zu entschärfen als mit Damm-Entfernung, nämlich: Indem man im Herbst den Wasserspiegel temporär absenkt und so die Bewirtschaftung des Waldstücks erleichtert. Oder indem die Drainage (Entwässerung) der dortigen Flächen abgeändert wird. Auch eine Einhagung unterhalb des Biberdamms könne vorteilhaft sein, genauso das Spülen und Reinigen des bestehenden Drainagen-Leitungssystems.

«Erfolgreiche Aktion»

Laut Rottenschwils Frau Gemeindeammann Anna Hoppler hat die Organisation Pro Natura mittlerweile die Drainagenleitungen beim Werderhölzli geputzt und gespült. «Diese Aktion verlief erfolgreich», sagte Hoppler, «der Wasserspiegel ging überraschend deutlich zurück.» Man werde die Situation in den nächsten Monaten beobachten und hoffe, dass dies so bleibt. Denn grundsätzlich, so Frau Gemeindeammann Anna Hoppler, «ist es sehr zu begrüssen, wenn Mensch und Biber im Werderhölzli miteinander klar kommen.» Vor einem halben Jahr lehnten es die Ortsbürger von Rottenschwil ab, ein Biber-Reservat im Werderhözli zu schaffen. Wird das Reservat bald wieder zum Thema einer Ortsbürgerversammlung? «Das ist denkbar», sagte Hoppler, «vorerst wollen wir aber zuwarten und die Situation beobachten.»

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