Muri

Bezschüler sammeln fast 2400 Unterschriften gegen Sparpläne der Regierung

© Lukas Scherrer

Die Schülerinnen und Schüler der Bezirksschulklasse 1a wehren sich gegen die geplanten Sparmassnahmen des Kantons. Über 1000 Jugendliche haben sie mit einer Unterschrift unterstützt, bei den Erwachsenen waren es sogar noch mehr.

Vier Wochen lang sammelten die Schülerinnen und Schüler der Murianer Bezirksschulklasse 1a eifrig Unterschriften, um gegen die geplanten Sparmassnahmen des Kantons zu protestieren. Diese sehen vor, zwischen 2015 und 2018 Schulklassen zu vergrössern, das Werk- und Berufswahljahr abzuschaffen, die Begabtenförderung zu reduzieren und mehrere Wahlfächer zu streichen oder zu kürzen (die AZ berichtete).

Mit Kampfgeist zum Ziel

1000 Unterschriften waren das Ziel der aufgeweckten Mädchen und Knaben. Doch mit ihrem kämpferischen Einsatz darf die Klasse diese Woche ihr Paket an den Regierungsrat sogar noch dicker schnüren: 1022 Jugendliche und 1351 Erwachsene unterzeichneten die Unterschriftenbogen der Bezirksschüler. «Mit so einem erfreulichen Ergebnis hätten wir nie gerechnet», freut sich Peter Hochuli, der Lehrer der Klasse Bez 1a. «Mehr als 1000 Jugendliche, die gegen die Sparmassnahmen sind – das ist ein deutliches Signal.»

Gesammelt wurde auf dem eigenen Schulhof, in der Nachbarschaft und in Zusammenarbeit mit Schülern von anderen Gemeinden. Meistens waren die Reaktionen dabei positiv, wie Miriam erzählt: «Viele fanden es eine Schweinerei, dass auf Kosten der Schüler gespart wird.»

Doch die Jugendlichen der Bez 1a trafen auch auf kritische Stimmen, die meinten, dass man ja irgendwo sparen müsse oder, dass es sowieso schon zu viele Hochschulstudenten und zu wenig Handwerker gäbe. Davon liessen sich die Oberstufenschüler aber nicht beeindrucken und sammelten fleissig weiter.

Laut Peter Hochuli habe insbesondere die Berichterstattung der verschiedenen Zeitungen die Aktion der Schulklasse beflügelt. «Ich habe sogar Besuch von einer ehemaligen Schülerin bekommen, die derzeit die Kantonsschule besucht», erzählt der Klassenlehrer. «Sie war vom Einsatz meiner Schüler so begeistert, dass sie auch für ihre Mitschüler Unterschriftenbogen mitnahm.»

Proteste zeigen ersten Erfolg

Noch diese Woche landet das Paket mit den gesammelten Unterschriften sowie einem Brief der Schüler und den bisher erschienenen Zeitungsartikeln bei Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Bildung, Kultur und Sport Alex Hürzeler in Aarau. «Wir hoffen, dass der Kanton nun anders entscheidet, als vorgesehen», ist sich die Klasse einig. Peter Hochuli ist überzeugt, dass der Regierungsrat auf das Anliegen der Schülerinnen und Schüler reagieren wird und sagt: «Wir laden Herrn Hürzeler auch gerne zu einem Besuch unserer Schulklasse nach Muri ein.»

Einen ersten Teilerfolg konnten die Schulen im Kanton Aargau mit ihren Protestaktionen bereits verbuchen. Denn die Einführungsklassen bleiben vorerst erhalten. Die Murianer Schülerinnen und Schüler sind zuversichtlich, dass bald auch weitere Punkte des Sparpakets fallen gelassen werden, damit sie ihre Schulzeit ohne «Bildungslücke» erleben.

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