Die Musikgesellschaft hatte für ihr Publikum ein paar musikalische Höhepunkte einstudiert, folgte indes keinem spezifischen Motto. Querbeet spielten sie sich durch ihr Repertoire und hatten für jeden Geschmack etwas dabei.

Mit «A Brand new Day», liessen die Musiker einen neuen Tag erwachen. Vom kraftvollen und energiegeladenen Anfang ging die Melodie in romantische Klänge über und endete erfrischend, was den Neuanfang eines jeden Morgens symbolisierte. Die verschiedenen Passagen verlangten eine hohe Konzentration: «Hierbei handelt es sich um ein klassifiziertes Stück, an dem die Musiker wachsen können», erläuterte der Dirigent Paul Stutz.

Beim Tagesanbruch bleibend, erlebte das Publikum mit «Blausee» einen Morgen, wie man ihn sich klischeehaft in den Schweizer Bergen vorstellt: mit Alphorn und Talerschwingen. Das Alphorn wurde vom Dirigenten selbst gespielt und er traf damit beim Publikum ins Schwarze. Der tosende Applaus entlockte bereits die erste Zugabe an diesem Abend.

Mani Matters «Hemmige»

«Dieses Lied darf an keiner Stubete fehlen», kündigte Erich Schönenberg, der durch den Abend moderierte, das letzte Stück vor der Pause an: «Rössli-Schottisch.» Bevor das Blasorchester den zweiten Konzertteil eröffnete, hatten drei Jungbläserinnen ihren Auftritt. Dass der Nachwuchs zu begeistern vermochte, zeigte, dass das Publikum aus freien Stücken zum russischen Volkslied «Kalinka» mitklatschte. Bei einer unterbesetzten Musikgesellschaft wie Bettwil, ist die Nachwuchsförderung essenziell. «Neue Musiker und Musikerinnen sind bei uns immer willkommen», betonte Stutz.

Mit Mani Matters «Hemmige» spielten die Musiker das erste Mundart-Lied. Mit der Posaune interpretiert, erhielt das Stück eine noch schwerere Klangfarbe als das Original. Das folgende Schlagzeug- und Trompeten-Intermezzo riss das Stück aus der Schwere heraus und gewann zunehmend an Faszination.

Brasilianische Lebensfreude

Das Stück «Legändä und Heldä» war der absolute Publikumsliebling und wurde gleich zweimal gespielt. Die Bettwiler Musiker und Musikerinnen wurden vom Ammerswiler Chor gesanglich begleitet.

Zum Schluss holte die Musikgesellschaft mit «Mama’s Samba» brasilianische Lebensfreude in die Mehrzweckhalle. Die luftig-flockige Klangfarbe liess sommerliche Vorfreude hochkommen.

Als Zugabe spielten die Bettwiler ihre Hymne «Petivilare.» Ein Stück, das von ihrem ehemaligen Dirigenten Ernst Freiburghaus begonnen und von Paul Stutz fertig komponiert und instrumentalisiert wurde. Im Anschluss an das Konzert spielte die Theatergruppe das Lustspiel «Millionäär und aarmi Schlucker» von Marlene Herzog.

Weitere Vorstellungen gibts am Mittwoch, 9. April, und am Samstag, 12. April, jeweils um 20 Uhr.