Merenschwand
«Beste Baupolizei sind Nachbarn»: Gemeinde warnt Bürger vor illegalen Bauten

Es sind meistens Kleinbauten, die ohne Bewilligung erstellt werden. Und sie können teuer werden. Darauf hat der Gemeinderat von Merenschwand aufmerksam gemacht. Im 2013 gab es deutlich mehr Strafverfahren als im Vorjahr.

Eddy Schambron
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Auch im Garten gelten bestimmte Bauvorschriften. (Symbolbild)

Auch im Garten gelten bestimmte Bauvorschriften. (Symbolbild)

Martin Töngi/Archiv

Diesmal ist es der Merenschwander Gemeinderat, der darauf aufmerksam macht: Wer die Bauvorschriften missachtet, muss mit einer Busse bis 50 000 Franken rechnen.

In Merenschwand war die Anzahl entsprechender Strafverfahren im vergangenen Jahr deutlich höher als in den Vorjahren.

Aber auch in den anderen Gemeinden kommt es immer wieder vor, dass sich der Gemeinderat mit Fällen von unbewilligten Bauwerken auseinandersetzen muss. Von einer generell erhöhten Tendenz zum illegalen Bauen will aber Hans Wipf, Inhaber der Regionalen Bauverwaltung Muri, nicht sprechen.

Er muss es wissen: Sein Unternehmen führt die Bauverwaltung von 20 Freiämter Gemeinden. «Wenn die Gemeinden zwischendurch auf die Bauvorschriften aufmerksam machen, ist das sicher nicht falsch.»

Meistens kleine Sachen

Es kommt nämlich immer wieder vor, dass Bauten ohne Bewilligung erstellt werden. «Meistens sind es kleine Sache, Gartenhäuschen zum Beispiel, oder dass zu nahe an die Grenze gebaut wird», erklärt Wipf.

Oft seien sich die Grundstückbesitzer nicht bewusst, dass auch für kleine Objekte eine Baubewilligung notwendig ist. Oder das Verfahren schreckt ab, wobei Wipf ein gewisses Verständnis aufbringen kann.

«Für einen Laien sieht es nach viel Aufwand aus.» Auf nicht bewilligte Bauwerke aufmerksam gemacht wird die Gemeinde übrigens meistens von Anwohnern.

«Die beste Baupolizei sind die Nachbarn», weiss Wipf. In einem solchen Fall prüft die Bauverwaltung, ob das erstellte Objekt überhaupt bewilligungsfähig ist.

Manchmal lassen sich Kleinbauten ganz einfach mit der Zustimmung der Nachbarn legalisieren. Im schlimmsten Fall muss abgebrochen werden. «Gut beraten ist man sicher, wenn man unbewilligte Kleinbauten nicht auf der emotionalen Ebene und mit einem Blick auf die Verhältnismässigkeit beurteilt.»

Vieles fällt unter die Pflicht

In Merenschwand macht der Gemeinderat klar, was unter die Bewilligungspflicht fällt: «Alle Bauten und Anlagen, ihre wesentliche Umgestaltung, Erweiterung oder Zweckänderung, ferner der Abbruch von Gebäuden und Gebäudeteilen bedürfen einer Bewilligung des Gemeinderates.»

Darunter fallen nicht nur Gebäude im herkömmlichen Sinn, sondern auch gebäudeähnliche oder andere künstlich hergestellte und mit dem Boden fest verbundene Objekte wie Baracken, Schaukästen, Schwimmbäder, Wohnwagen, die länger als zwei Monate auf dem gleichen Grundstück abgestellt werden, Terrainveränderungen von mehr als 80 Zentimetern Höhe usw.

Zudem sind auch Strassen oder Parkplätze bewilligungspflichtig. Wer Bauten oder bauliche Massnahmen ohne Baubewilligung ausführt, macht sich strafbar, bezahlt eine Busse und trägt die Verfahrenskosten.