Bestatter hört nach 75-jähriger Tätigkeit auf

Boswil/Sarmenstorf Bestattungsunternehmen Stöckli AG führt Dienstleistung der Schreinerei Ruepp AG weiter

Eddy Schambron
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Der Boswiler Bestattungsdienst Stöckli übernimmt neu die Dienstleistung von der Schreinerei Ruepp AG in Sarmenstorf: Andrea Ruepp, Franz Ruepp, Angela und Hugo Stöckli (von links).

Der Boswiler Bestattungsdienst Stöckli übernimmt neu die Dienstleistung von der Schreinerei Ruepp AG in Sarmenstorf: Andrea Ruepp, Franz Ruepp, Angela und Hugo Stöckli (von links).

Eddy Schambron

Die Schreinerei Ruepp AG in Sarmenstorf gibt den seit 75 Jahren geführten Bestattungsdienst auf. Dieser wird vom Bestattungsdienst Hugo und Angela Stöckli aus Boswil übernommen, der schon seit über zehn Jahren eine entsprechende Zusammenarbeit mit der Ruepp AG pflegt.

Franz Ruepp hat den Bestattungsdienst einst von seinem Vater Hans übernommen und während 50 Jahren geführt. Seine Tochter Andrea, seit fünf Jahren zur Hälfte Mitinhaberin der Schreinerei Ruepp AG, kann diesen Dienst nicht weiterführen. «Deshalb haben wir eine gute Lösung mit dem Bestattungsdienst Stöckli in Boswil gefunden», sagt der 67-jährige Franz Ruepp.

Schon in den letzten zehn Jahren haben Hugo und Angela Stöckli mit ihrem Team die Überführung der Verstorbenen aus Sarmenstorf zum Beispiel ins Krematorium mit ihren Bestattungsfahrzeugen gewährleistet, weil die Ruepp AG kein eigenes Fahrzeug betreiben wollte.

Von der Wiege bis zur Bahre

Als Hans Ruepp vor 75 Jahren die Schreinerei gründete, war es ganz normal, dass der Dorfschreiner auch für die Bestattungen zuständig war. «Von der Kinderwiege bis zur Bahre eben», fasst Franz Ruepp die dama-
lige Situation zusammen. Dieser wollte ursprünglich mit dem Einsargen eigentlich nichts zu tun haben. «Aber dann ging ich einmal mit zum Einsargen, wir sassen mit der Familie zusammen und erfuhren die Lebensgeschichte des Verstorbenen.» Von da an war der Bann gebrochen: Franz Ruepp, ohnehin interessiert an geschichtlichen Themen, machte auch Bestattungen, weil ihn die Lebensgeschichte der Menschen faszinierte. Es kam ihm entgegen, dass früher nicht der Schreiner die Verstorbenen einkleidete, sondern der örtliche Samariterverein. Aber als diese Tradition wegfiel, übernahm Ruepp auch diese Aufgabe ohne Probleme. «Als Bestatter hat man in der Regel eine gewisse Distanz zum Verstorbenen.» Aber manchmal machte ihm seine Arbeit trotzdem die eine oder andere schlaflose Nacht – etwa, wenn eine junge Mutter durch den Tod kleinen Kindern entrissen wurde.

Früher waren rund 80 Prozent der Fälle Erdbestattungen. Das änderte sich in den letzten Jahrzehnten. «Heute sind ungefähr 80 Prozent Kremationen», sagt Ruepp.

Stöckli: Bestattungen seit 1942

Hugo Stöckli aus Boswil, seit 1996 im Besitz des eidgenössischen Fachausweises als Bestatter, ist mit seinem Bestattungsdienst vorwiegend in der Region Muri tätig. Das Unternehmen, ebenfalls eine Schreinerei, führt seit 1942 seinen Bestattungsdienst. «Die bisherige gute Zusammenarbeit macht es uns leicht, die Aufgabe von der Ruepp AG zu übernehmen», sagt Stöckli.

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