Die grosse Aufregung und die vielen, zum Teil harten Kommentare auf Facebook nach der ersten Ankündigung waren verfrüht: Christoph Weber wird den vorbereiteten Vertrag mit dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS) nicht unterschreiben.

Am Montag war vom Kanton kommuniziert worden, man wolle sein Hotel/Restaurant Schönau in Wohlen als Unterkunft für Asylbewerber anmieten. Schon damals hatte sich Weber jedoch noch eine Verkaufsoption offengelassen und erklärt, er habe mit dem Sozialdepartement noch keinen Vertrag unterzeichnet.

Hotel Schönau Wohlen: Ein Blick ins Innere.

Hotel Schönau Wohlen: ein Blick ins Innere.

Nun ist klar: Weber wird seine vor 20 Jahren neu gebaute «Schönau» definitiv verkaufen. Dies hat er am Donnerstag in einer schriftlichen Erklärung mitgeteilt: «Ich, Christoph Weber, bin heute Morgen mit einer Partei der interessierten Käuferschaft einig geworden und habe mich daher für den Verkauf entschlossen. Die Käuferschaft ist eine Familie aus Wohlen mit der ich schon seit einiger Zeit in Kontakt war. Ich kenne die Familie auch schon seit längerer Zeit und habe volles Vertrauen in sie. Es soll so als Hotel- und Gastrobetrieb weiter bestehen, jedoch nicht von der Käuferschaft selber betrieben werden, sondern mit Vergabe an einen Mieter/Pächter.»

Die Käuferschaft ist bisher namentlich nicht bekannt.

Vertrag war unterschriftsreif

Beim kantonalen Departement Gesundheit und Soziales ist man enttäuscht: «Das DGS hat den Entscheid zur Kenntnis genommen. Einerseits hat das DGS Verständnis für den Entscheid des Eigentümers, indem der Verkauf gegenüber der Vermietung aus seiner Sicht eine gesamtheitliche Lösung der Situation bezüglich der Immobilie ermöglicht.

Hotel Schönau in Wohlen

Andererseits bedauert das DGS den Entscheid, weil ein unterschriftsreifer Vertrag auf dem Tisch lag, der eine adäquate befristete Lösung für die Unterbringung von Asylsuchenden erlaubt hätte», hält Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Departements, fest.

Gemeinde am Rande involviert

Der Wohler Vizeammann Paul Huwiler will das Thema nicht direkt kommentieren: «Das ist eine Sache zwischen dem Kanton und dem Besitzer des Hotels Schönau, die Gemeinde Wohlen ist in dieses Geschäft nur am Rande involviert.»

Huwiler äussert sich aber zu den Rahmenbedingungen, welche die Gemeinde Wohlen mit dem Kanton hat aushandeln können. Unter anderem hat das Sozialdepartement zugesichert, dass die kantonale Asylbaracke am Sorenbühlweg geschlossen wird, in der zurzeit 52 Asylbewerber untergebracht sind.

«Wir gehen davon aus, dass es zu einer Einigung kommen wird», sagt Balz Bruder, Sprecher des Aargauer Sozialdepartments bei Tele M1.

So berichtete der Regionalsender Tele M1 am Dienstag über die Pläne, das Hotel Schönau als Asylunterkunft zu nutzen

Zudem soll die Zivilschutzanlage unter der Kantonsschule, für deren Umbau der Kanton soeben von der Gemeinde Wohlen die Bewilligung erhalten hat, nur in absoluten Notfällen kurzfristig und kurzzeitig bezogen werden dürfen. Und als Drittes hat das DGS der Gemeinde versprochen, nach der «Schönau» keine weitere Liegenschaft in Wohlen mehr zur Unterbringung von Asylbewerbern anzumieten.

Paul Huwiler erklärt: «Die kantonale Asylunterkunft am Sorenbühlweg werden wir so oder so kündigen, wenn an der Volksabstimmung dem Sanierungsprojekt für Badi und Eisbahn zugestimmt wird.» Und sagt weiter: «Wird diese Unterkunft mit 50 Leuten geschlossen, wird Wohlen allerdings die Aufnahmequote für Asylbewerber nicht mehr erfüllen.»

Kommt jetzt der «Freiämterhof»?

Noch offen ist, wie der Kanton jetzt weiter vorgeht. Die az weiss aus verlässlicher Quelle, dass dem Sozialdepartement auch das Hotel Restaurant Freiämterhof als Unterkunft für Asylbewerber zur Miete angeboten worden ist. Bisher ist der Kanton auf diese Möglichkeit aber nicht eingegangen. Ob dieses Angebot noch steht und ob das DGS jetzt darauf eingeht, ist offen.