Mutschellen

Berikon und Widen sagen Nein zur «Zukunft Mutschellen» – so reagieren Befürworter und Gegner

Aus Berikon, Widen und Rudolfstetten wird vorerst keine Gemeinde Mutschellen.

Aus Berikon, Widen und Rudolfstetten wird vorerst keine Gemeinde Mutschellen.

Mit 618 Ja- zu 986 Nein- Stimmen lehnt Berikon den Kredit zur Ausarbeitung eines Fusionsvertrags ab. Auch Widen sagt deutlich Nein: Hier beträgt das Stimmverhältnis 484 zu 987.

Am 13. Februar stimmten Berikon, Rudolfstetten und Widen an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über einen Kredit von je 15 000 Franken ab, mit dem ein Fusionsvertrag hätte ausgearbeitet werden sollen. Nachdem Widen als einzige Gemeinde abgelehnt hatte, bildete sich kurz darauf eine breite Koalition aus Unparteiischen, FDP und Grünen, die das Referendum anstrebte. Einen Monat später hatte sie ihr Ziel erreicht.
In Berikon machten die Gegner der Fusion mobil und sammelten ebenfalls für ein Referendum. Auf beiden Seiten wurde damit argumentiert, dass man den Entscheid der Gemeindeversammlung breiter abstützen wolle, weil es sich bei der Fusion um ein wichtiges Thema handle und an den ausserordentlichen Gemeindeversammlungen wenige Stimmen den Ausschlag gaben – es waren nur zwischen 8,3 und 10 Prozent der Stimmberechtigten anwesend.

Offenbar war aber die Skepsis in der Bevölkerung für eine Fusion zu gross. In Berikon stimmten 618 für und 986 gegen den Kredit, der für die Ausarbeitung des Vertrags nötig gewesen wäre. Widen sagt nach wie vor Nein, mit 484 zu 987 Stimmen. Damit sind die Fusionsbemühungen gescheitert.

Das sagen die Beteiligten

Ein wenig schade sei es schon, sagt Sarah Steinmann, die sich in Widen dafür einsetzte, dass der negative Entscheid der Gemeindeversammlung nochmals an der Urne überdacht wird. «Ziel war aber, den Entscheid breiter abzustützen, und dies ist uns gelungen.» Das klare Ergebnis hat Steinmann nicht überrascht. «Es zeigt, dass man sich mit Widen identifiziert, dass man sich als Wider fühlt, nicht als Mutscheller.» Der Gemeindeammann von Widen ist froh, dass es nach jahrelanger Diskussion über eine Fusion einen Entscheid gibt. «Jetzt ist die Sache klar», sagt Peter Spring, «die Mehrheit will keine Fusion und jetzt geht alles so weiter wie bisher.»

Darüber ist Gregor Biffiger sehr zufrieden. Er hat sich im Referendumskomitee in Berikon engagiert und sich gegen eine Fusion eingesetzt. Es gebe keine Sachzwänge, die derzeit für einen Zusammenschluss der Gemeinden sprechen würde, so Biffiger. «Wieso etwas ohne Not ändern?» Ihn freut besonders die klare Ablehnung in beiden Gemeinden. «Damit sollte der Fusionsgedanke für einige Jahre vom Tisch sein.»

Das Projekt «Zukunft Mutschellen» wurde 2015 lanciert, um die Optionen Zusammenarbeit, Verwaltungsgemeinschaft oder Fusion der Gemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen zu prüfen.

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