Berikon
«Einst und heute»: Spannende Ausstellung mit 300 Bildern zeigt die imposante Veränderung des Dorfes

Der Kulturverein Berikon präsentiert im Bürgisserhus eine Ausstellung über die Entwicklung des Dorfes seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen gibt es eine breite Palette an Impressionen vom Boden und aus der Vogelperspektive.

Marc Ribolla
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Albin Koller und Leen Keesmaat (rechts) von der Dorfkulturgruppe des Kulturvereins Berikon gehören zu den Gestaltern der Ausstellung.

Albin Koller und Leen Keesmaat (rechts) von der Dorfkulturgruppe des Kulturvereins Berikon gehören zu den Gestaltern der Ausstellung.

Marc Ribolla

Weite grüne Landschaften am Mutschellen, lediglich ein paar Häuser und Strassen, die St.-Mauritius-Kirche. In dieser Art knapp zusammengefasst präsentierte sich Berikon noch vor rund 70 Jahren mit nur 900 Einwohnern. Seither ist das Dorf – wie alle anderen ebenfalls – markant gewachsen.

Heute leben knapp 4800 Personen in der Gemeinde und das Landschaftsbild hat sich völlig verändert. Diese Entwicklung mit dem Bau von neuen Wohngebieten und dem stetigen Einwohner-Wachstum hält der Kulturverein nun ab nächsten Samstag optisch mit rund 300 Ansichten Berikons in einer Sonderausstellung im Bürgisserhus fest. Die Ausstellung dauert bis zum 7. November.

Eine Luftaufnahme von Berikon im Oktober 1989.

Eine Luftaufnahme von Berikon im Oktober 1989.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Photoramacolor AG

«Dahinter stecken unzählige Arbeitsstunden mit Recherche, Scannen oder Beschriften der Bilder», erklärte Co-Präsidentin Corinne Wagner anlässlich der Vernissage. «Die Ausstellung richtet sich nicht nur an alteingesessene Berikerinnen und Beriker, sondern auch an Neuzuzüger. Wir hoffen, dass möglichst viele sie besuchen. Auch Schulklassen», so Wagner.

Die Bilder sind im Bürgisserhus auf drei Etagen und verschiedene Räume verteilt und thematisch gegliedert. Sie lassen einem beim Betrachten für einen kurzen Moment nostalgisch werden. Besonders wer die Entwicklung Berikons vom kleinen reinen Bauerndorf zur jetzigen Grösse erlebt hat, kommt bei «Berikon – einst und heute» auf seine Kosten.

Die Ansicht der Oberwilerstrasse in Blickrichtung St.-Mauritius-Kirche in Berikon.

Die Ansicht der Oberwilerstrasse in Blickrichtung St.-Mauritius-Kirche in Berikon.

Marc Ribolla

Der Aufwand, die Ausstellung in dieser Art auf die Beine zu stellen, war gross. Zu den Initianten gehören unter anderen Max Welti oder Leen Keesmaat, die beide schon seit Jahrzehnten mit dem Dorf verwurzelt sind. Welti erklärt: «Die grosse Arbeit bestand vor allem im Sammeln der Fotos in den vergangenen Jahren. Wir sprachen oft mit älteren Einwohnerinnen und Einwohnern und fragten nach alten Aufnahmen in ihrem Besitz, die wir dann digitalisiert haben.» Für die anschliessende Beschriftung für die Ausstellung war Albin Koller zuständig.

Während heutzutage dank Smartphone fast alle mit einer Kamera durch die Gegend laufen können, war dies früher unmöglich. Keesmaat sagt: «Deshalb ist es sehr schwierig, überhaupt an Fotos aus früheren Zeiten zu kommen. Weil diese fehlen, sind auch direkte Bildvergleiche aus dem gleichen Winkel oder Standort eine Herausforderung.»

Der Blick auf die Mutschellen-Kreuzung aus Richtung Berikon im Jahr 1959.

Der Blick auf die Mutschellen-Kreuzung aus Richtung Berikon im Jahr 1959.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Stiftung Luftbild Schweiz

Beeindruckt von der Vielfalt der historischen Bilder ist auch Gemeinderätin Rosmarie Groux. Beim Betrachten einer Beriker Luftaufnahme aus den 1950er-Jahren sagt sie:

«Wahnsinnig, wie viele Hochstammbäume es damals noch hatte. Wir versuchen ja heutzutage auch wieder etwas aufzuforsten, aber das ist sehr schwierig.»

Trotz aller Veränderungen im Laufe der Zeit bietet sich eine Konstante als Orientierungshilfe bei den Bildern aus der Vogelperspektive an – die St.-Mauritius-Kirche. Sie sticht weitherum hervor, ob früher oder heute. Die Bilder vermitteln nebst Gebäudeansichten auch Eindrücke von Tätigkeiten, die längst verschwunden sind. Von einer solchen bezeugt ein Bild vom Restaurant Mutschellen, wo vor über 100 Jahren hinter dem Gebäude noch Eis produziert wurde. «Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen», sagt Max Welti.

«Berikon – einst und heute» im Bürgisserhus an der Bahnhofstrasse 75. Öffnungszeiten: 30./31. Oktober und 1./3. November: 14.00–17.00 Uhr / 2. bis 5. November: 08.30–
11.30 Uhr / 6. und 7. November: 14.00–17.00 Uhr.

Verschiedene Luftaufnahmen aus mehreren Jahrzehnten bereichern die Ausstellung.

Verschiedene Luftaufnahmen aus mehreren Jahrzehnten bereichern die Ausstellung.

Marc Ribolla
Auch verschiedene Gebäudeansichten im historischen Kontext sind vorhanden.

Auch verschiedene Gebäudeansichten im historischen Kontext sind vorhanden.

Marc Ribolla

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