Bremgarten

Beriker Tankstellen-Räuber muss zwei Jahre absitzen

Der Tankstellen-Räuber von Berikon wird zu zwei Jahren Haft verurteilt

Der Tankstellen-Räuber von Berikon wird zu zwei Jahren Haft verurteilt

Der 50-jährige Italiener, der vor fünf Monaten einen Tankstellenshop auf dem Mutschellen überfallen hat, muss für zwei Jahre ins Gefängnis. Nebst dem Gefängnis droht dem Täter auch die Abschiebung in sein Heimatland.

Vor fünf Monaten überfiel der Italiener «Pietro» einen Tankstellenshop auf dem Mutschellen. Er bedrohte die 64-jährige Angestellte mit einer geladenen Pistole, erbeutete 2200 Franken und machte sich aus dem Staub. Pietro trug keine Maske, sondern bloss eine Sonnenbrille. Dass eine Überwachsungskamera den Überfall dokumentierte, hat er nicht mitbekommen. Nachdem sein Foto zur Fahndung in Zeitungen und im Regionalfernsehen gezeigt wurde, stellte sich Pietro der Kantonspolizei.

«Habe grossen Seich gemacht»

Der 50-jährige Italiener zeigte sich vor dem Bezirksgericht Bremgarten reuig. «Es tut mir leid, ich habe einen grossen Seich gemacht», sagte er. Spontan und aus Geldnot habe er gehandelt. In der Tat war Pietro ständig sehr knapp bei Kasse. Gelegentlich war er temporär beruflich tätig, gelegentlich arbeitete er nicht. Von der Beute gab Pietro 500 Franken seiner Freundin ab, die ihn unterstützte und auch stützte. Den Rest verspielte er im Casino Bregenz, in der trügerischen Hoffnung, das eingesetzte Geld verdoppeln zu können.

Der Überfall war nicht Pietros einziges Delikt. Er wurde auch wegen Pfändungsbetrügen zur Verantwortung gezogen. Der Mann hatte dem Betreibungsamt, bei dem er bös in der Tinte sass, Lohneinkünfte verschwiegen. Nicht Gegenstand der laufenden Verhandlung waren mehrfache Urkundenfälschungen, Betrügereien und Diebstahl aus früheren Zeiten, bei denen Pietro stets mit bedingten Freiheitsstrafen davongekommen war.

Kein Pardon

Pietro muss zwei Jahre ins Gefängnis. Das Bezirksgericht Bremgarten unter dem Vorsitz von Isabelle Wipf, der Gerichtspräsidentin II, verhängte eine zweijährige Freiheitsstrafe unbedingt «Es ist ein Mehrheitsenscheid», teilte Isabelle Wipf bei der Urteilseröffnung mit. Eine Minderheit des Gerichts hatte sich für eine teilbedingte Strafe ausgesprochen, nämlich ein Jahr unbedingt und ein Jahr bedingt (= ein Jahr auf Bewährung).

Es handle sich um qualifizierten Raub und bewaffneten Überfall auf eine ältere Dame. Begangen mit einer geladenen, wenn auch gesicherten Waffe, begründete Wipf das Urteil. Das Leben der Frau sei akut gefährdet gewesen. Angesichts seiner Vorstrafen könne das Gericht dem Angeklagten keine günstige Prognose stellen.

Pietro muss der überfallenen Frau als Genugtuung 600 Franken bezahlen. Weitere 500 Franken muss Pietro dem Besitzer des Tankstellenshops als Schadenersatz aushändigen. Zudem hat er das geklaute Geld an die Versicherung des Tankstellenshop-Inhabers zu überweisen.

Rekurs wahrscheinlich

Mit dem Urteil «zwei Jahre unbedingt» folgte das Bezirksgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Pflichtverteidiger des Italieners hatte zuvor ebenfalls für eine zweijährige Freiheitsstrafe plädiert, wovon allerdings «maximal acht Monate unbedingt.» Letztlich habe sein geständiger Mandant eine Verzweiflungstat begangen, er sei an sich kein gewalttätiger Mensch. Beim Überfall habe nur eine abstrakte Lebensgefährdung vorgelegen und keine konkrete Gefährdung der Frau. Der Verteidiger will den Gerichtsentscheid «wahrscheinlich ans Aargauische Obergericht weiterziehen.»

Der Fall ist also noch nicht rechtskräftig. Pietro droht nebst Gefängnis auch die Abschiebung in sein Heimatland Italien.

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