«...Ich möchte mich recht herzlich bei Ihnen für die Stellenangebote bedanken. Mit Freude teile ich Ihnen mit, dass Ihnen jedoch jemand zuvorgekommen ist. Ich habe eine Arbeit gefunden, die mir sogar richtig Spass macht...»

Noch keine drei Monate ist es her, als Andreas Glarner einen Brief mit diesem Wortlaut bekam. Absender war der Sozialhilfeschmarotzer aus Berikon, der noch nie gearbeitet hat.

Genau wie heute: der 23-Jährige hat seinen Job bereits wieder an den Nagel gehängt, wie «Tele M1» berichtet.

Für Glarner, Gemeindeammann von Oberwil-Lieli, muss das nun Konsequenzen haben: «Wenn er jetzt nicht arbeiten geht, veröffentlichen wir wirklich seinen Namen. Wir haben das bereits angedroht und ziehen das jetzt durch. Und dann muss er schauen, wie er damit leben kann. Wir haben ihn nur geschont, weil er uns angab, er arbeite wieder.»

Web-Designer oder Telefonist?

Er habe einen Job als Web-Designer bekommen, behauptete der Sozialschmarotzer im März. Die Beriker Vizeamtsfrau weiss davon nichts. Auf dem Sozialamt gab er an, dass er als Telefonist arbeite, was aber bereits nicht mehr der Fall ist. Jetzt hat ihm die Gemeinde den Geldhahn ein wenig mehr zugedreht.

«Er erhält momentan weiterhin Unterstützung. Er bekommt die Leistungen für die Krankenkasse und den Selbstbehalt. Aber weitere Leistungen bekommt er im Moment nicht», sagt Rosmarie Groux, Vizeamtsfrau von Berikon.

Auch den persönlichen Kontakt zur Gemeinde hat der arbeitsfaule Mann abgebrochen. Er kommuniziert nur noch schriftlich mit dem Sozialamt.

Die Gemeinde hat ihm bereits einmal zuvor die Leistungen gekürzt, zu Unrecht, wie das Bundesgericht entschied. Gut möglich, dass der Sozialhilfeempfänger nachträglich zusätzliche Beiträge erhält.

«Wir werden entscheiden müssen, ob wir ihm rückwirkend Sozialhilfeleistungen auszahlen müssen oder ob man die Leistungen ganz einstellen kann. Das wird dann die neue Situation zeigen», sagt Groux.