Berikon
Beriker Goldschmied öffnet nach brutalem Überfall sein Geschäft wieder

3½ Jahre sind vergangen, seit Räuber den Beriker Goldschmied Fredy Cousin zusammenschlugen und 250'000 Franken stahlen. Nun hat Cousin die Rehabilitation hinter sich und sein Geschäft an einem neuen Standort eröffnet.

Loredana Di Fronzo und Tommy Richner
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«Leo, mein Bullmastiff-Rüde, hilft mir sehr»: Fredy Cousin bei seiner Arbeit.

«Leo, mein Bullmastiff-Rüde, hilft mir sehr»: Fredy Cousin bei seiner Arbeit.

TR

Im und vor dem Goldschmied-Atelier von Fredy Cousin herrscht Ausnahmezustand. Letzten Samstag lud Cousin Kunden und Freunde zum Eröffnungs-Apéro seines neuen Ladens an der Bellikerstrasse ein. «Ich rechnete mit 50 Besuchern, schlussendlich waren es über 170», sagt Cousin überwältigt. Er wollte sich mit dem Event bei seiner Kundschaft bedanken, die trotz schwieriger Zeiten nach wie vor hinter ihm steht.

Schicksalsschlag

Vor knapp 31⁄2 Jahren wurde der Beriker Goldschmied erbarmungslos in seinem Laden überfallen. Die Räuber, welche nach Vermutung eines Beamten der Badener Polizei der «Pink-Panther-Gang» angehören, klauten Ware im Wert von fast 250'000 Franken und schlugen den Inhaber brutal zusammen.

Die Gegenstände kann man ersetzen, der psychische Schaden wird jedoch schwer zu beheben sein. Fredy Cousin führte während 21⁄2 Jahre einen Kampf mit sich selbst, um wieder auf die Beine zu kommen. Er benötigte ein Jahr psychologische Hilfe, damit er überhaupt wieder ans Arbeiten denken konnte.

Ein grosser Schritt für ihn: «Ich bin ein Selfmademan, ich wollte nie auf jemand anders angewiesen sein», so Cousin. Mittlerweile ist er froh darüber, Hilfe angenommen zu haben. «Ich bin froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben, es hat mir enorm geholfen», fügte er hinzu.

Standortwechsel musste her

Den alten Laden musste Fredy Cousin schliessen. Zu viel erinnerte an den brutalen Raubüberfall, was ein angenehmes Arbeiten unmöglich machte. Durch Zufall wurde Anfang des Jahres ein Arbeitsraum, knapp 300 Meter von dem alten Standort entfernt, frei. Vom ersten Augenblick an fühlte sich der Goldschmied im neuen Gebäude pudelwohl.

«Die Räumlichkeiten sind viel praktischer, unten der Laden und leicht erhöht dahinter das Atelier und Büro.» Auf zusätzliche Sicherheitsmassnahmen hat er verzichtet, bis auf einen Hund. «Leo, mein Bullmastiff-Rüde, hilft mir sehr. Er wirkt auf Kriminelle abschreckend, wodurch ich keine Angst mehr vor Diebstählen zu haben brauche», so Cousin.