Erstes Aargauer Game-App

Beriker Gamedesigner bringt ihr iPad zum Explodieren

Der Beriker Gamedesigner hat sich dieses Jahr selbständig gemacht.

Geri Oester

Der Beriker Gamedesigner hat sich dieses Jahr selbständig gemacht.

Wer an Silvester ein Feuerwerk zünden will, kann dies jetzt auch auf dem IPhone oder IPad tun. Entwickelt wurde «FireCraft» von Geri Oester in Berikon. Der Gamedesigner ist dafür ein hohes Risiko eingegangen.

Der 34-jährige Beriker Geri Oester hat alles auf eine Karte gesetzt. Vor einem halben Jahr hat der Spieleentwickler den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Gemeinsam mit Max Keilbach hat er die Spielefirma «games2be» gegründet. Während Oester von Berikon aus arbeitet, programmiert Keilbach die Spiele von Nordrhein-Westfalen aus.

Die beiden haben sich während ihrer Arbeit beim deutschen Spieleentwickler «gameforge» kennengelernt. Den sicheren und guten Arbeitsplatz haben die beiden für ihren Traum aufgegeben. Ihr erstes Spiel «FireCraft» ist seit gestern im App-Store für iPad und iPhone erhältlich. Es ist damit das erste iPad-Spiel aus dem Aargau.

Raketen und Sprengsätze kaufen

Bei «FireCraft» geht es darum sein eigenes Feuerwerk zusammenzustellen. Je schöner dieses ausfällt, desto mehr Punkte gibt es. Damit können dann weitere Raketen, Sprengsätze und Locations gekauft werden. Wem die Silvesterfeuerwerke nicht gefallen oder wer meint, es besser machen zu können, der kann jetzt sein eigenes Feuerwerk starten.

Wer das Spiel nicht gleich für 1.10 Franken im App Store kaufen will, kann es in einer Lite-Version erst einmal gratis testen. Und wer weder iPad noch iPhone besitzt, der kann seine Kreativität auch gratis und online unter Beweis stellen. Am 31. Dezember wird das Spiel gratis im App Store erhältlich sein, verspricht Oester.

Der Weg zum eigenständigen Spieleentwickler war steinig. «Für mich war immer klar, dass ich Gamedesigner werden wollte», erklärt Oester. Doch einen Ausbildungsplatz suchte er in der Schweiz vergebens. Deshalb hat er sich nach einigen Semestern Informatikstudium für den Lehrerberuf entschieden. Als jedoch an der Zürcher Hochschule für Künste die ersten Kurse in Gamedesign angeboten wurden, hat er sich sofort eingeschrieben.

«Wir wissen, dass wir das, was wir machen gut können», zeigt sich Oester selbstbewusst. Mit diesem Selbstbewusstsein und viel Unternehmerherz will «games2be» nun den Spielemarkt erobern. Auch wenn dies etwas Zeit brauchen wird.

Vor einigen Jahren wäre ein solches Start-Up-Unternehmen nicht denkbar gewesen. Die Spielebranche wurde von wenigen, dafür umso mächtigeren Publishern beherrscht. Diese haben entschieden, welche Spiele produziert, vertrieben und beworben werden.

Online die ganze Welt beliefern

Durch den App-Store haben nun auch kleine Unternehmen Zugang zum globalen Markt. Dies habe zu einer Demokratisierung der Branche geführt, ist Oester überzeugt. Online kann jetzt die ganze Welt beliefert werden. «Mit der Selbständigkeit riskieren wir viel», sagt Oester. «Wenn es schief läuft, sitzen wir auf einem Schuldenberg.»

Bereits arbeiten die beiden Spielentwickler an weiteren Ideen. Im kommenden Jahr wollen sie mit einem Geschicklichkeitsspiel den ganz grossen Wurf landen.

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