My-ball

Beriker Familie macht mit ihrem Projekt Tausende Kinder glücklich

Eine glückliche Mutter mit ihrem Kleinkind und dem neuen Spielball, den sie sich nicht leisten könnte. zvg

Eine glückliche Mutter mit ihrem Kleinkind und dem neuen Spielball, den sie sich nicht leisten könnte. zvg

Das Projekt ist bereits in 16 Ländern lanciert

Mit grossen Augen betrachtet der kleine sri-lankische Junge den knallgelben Ball in den Händen von Yvonne Steiner. Als sie ihm den Ball hinstreckt, zögert er einen Moment, doch dann breitet sich ein Strahlen über das ganze Gesicht des Jungen und er nimmt den Ball mit beiden Händen entgegen.

«Thank you» hört man ihn leise sagen und schon rennt er mit dem Ball davon. «In solchen Momenten wissen wir, dass wir das Richtige machen», freuen sich Yvonne Steiner und ihre Familie. Seit das Projekt «myball.ch – a project for children around the world» im August 2013 gestartet wurde, erhielten bereits 16 000 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren einen Ball geschenkt.

Idee in Jamaika geboren

Nach Ferien in Jamaika und zwei Freiwilligen-Einsätzen in Waisenheimen beschlossen die Beriker André und Yvonne Steiner mit ihren Töchtern Katja und Laura, als Familie etwas für Kinder aus armen Verhältnissen zu tun.

«Während unserer Aufenthalte in Jamaika haben wir festgestellt, dass die Kinder dort sehr selten spielen. Mit Bällen, die wir ins Waisenheim brachten, spielten sie alleine oder in Gruppen», erinnert sich Katja Steiner.

So entstand die Idee, ein Ballprojekt zu starten. Ein Hersteller wurde gesucht, das Design erarbeitet und ein Name für das Projekt erfunden. Die Organisation in Jamaika, für die Katja und Yvonne Steiner Freiwilligenarbeit geleistet hatten, war von der Projektidee begeistert und sagte sogleich ihre Unterstützung bei der Verteilung der Bälle zu.

Die ersten 5000 Bälle finanzierte die Familie selbst. «Wir wollten sicher gehen, dass unsere Idee so umgesetzt werden kann, wie wir uns dies vorstellten», erklärt Yvonne Steiner. So kam es, dass im Januar 2014 die ersten Bälle an jamaikanische Kinder verteilt werden konnten.

Zu diesem Anlass reisten Katja und Yvonne Steiner nochmals nach Mandeville, einer Kleinstadt im Innern Jamaikas und wohnten der ersten Verteilung in einer Vorschule mit fünfjährigen Kindern bei.

«Bevor wir die Bälle überreichten, beschrifteten wir sie mit dem Namen der Kinder. Deren Freude war riesengross! Während die einen kaum warten konnten, draussen damit zu spielen, hielten andere ihren Ball fest an sich gedrückt, als wollten sie ihn nie mehr loslassen», erinnert sich Katja Steiner an den eindrücklichen Moment.

Ein Familienprojekt entsteht

Zurück in der Schweiz war für die Familie Steiner klar, dass sie das Ball-Projekt weiterführen wollte. Jedes Familienmitglied hat eine Aufgabe innerhalb des Projekts: Tochter Katja ist zuständig für die Homepage und für Facebook, Vater André übernimmt die Finanzen, Mutter Yvonne steht in Kontakt mit Produzenten und Hilfsorganisationen und Tochter Laura verdankt eingegangene Spenden.

Bis es jedoch so weit ist, dass ein Kind mit einem der gelben Bälle spielen kann, investiert die Familie Steiner viel Zeit. Organisationen in den verschiedenen Ländern müssen gesucht werden, Einfuhrbestimmungen, Zollvorschriften usw. geprüft werden.

«Bis wir sicher sind, dass dem Transport bis zur Hilfsorganisation im Bestimmungsland nichts mehr im Wege steht, dauert es oft Monate», weiss Yvonne Steiner. «Einfacher ist es, wenn wir Leuten, die in ein Drittweltland reisen, Bälle im Gepäck mitgeben können.»

Die Leute schicken Fotos und einen kurzen Bericht, wie sie die Verteilung erlebt haben. Dies wird auf der Homepage www.myball.ch und auf Facebook gestellt, damit sich Spender und Interessierte vergewissern können, dass die Bälle wirklich zu den Kindern gelangen.

Das Projekt myball.ch wird einerseits durch Spenden finanziert, aber auch durch den Verkauf der gelben Bälle in der Schweiz. «Mit 20 Franken – so viel kostet ein Ball – können wir 10 Bälle herstellen lassen», erklärt Laura Steiner. Spenden fliessen vollumfänglich in das Projekt, die administrativen und organisatorischen Kosten werden privat getragen. Weitere Informationen und Adressen für potenzielle Spender unter www.myball.ch. (az)

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