Oberlunkhofen

Bereit für das Skilager: Eine Woche toben die Kinder aus Oberlunkhofen im Schnee

Hausabwart Ruedi Nussbaumer ist bereit für das Lager.

Hausabwart Ruedi Nussbaumer ist bereit für das Lager.

Für die Primarschüler fängt morgen das Skilager in Emmetten an. Durch grosszügige Unterstützung konnten alle daran teilnehmen.

Morgen Sonntag geht es für die 1. bis 6. Klässler aus Oberlunkhofen auf nach Emmetten. Eine Woche toben die 39 Kinder unter der Aufsicht von zwölf Begleitpersonen im Schnee. 31 Kinder lernen Skifahren, die restlichen acht Snowboarden.

Das kleine Dorf in Nidwalden, direkt am Vierwaldstättersee, bietet dafür das optimale Skigebiet. «Es ist nicht zu gross und man kann die Kinder immer schön im Auge behalten. Perfekt für unsere Schützlinge», sagt Ruedi Nussbaumer, Mitglied des Leiterteams und Hausabwart der Schule Oberlunkhofen.

Skiausrüstung wurde für drei Kinder bereitgestellt

Dieses Jahr sind drei Flüchtlingskinder aus Syrien mit dabei. Diese hatten noch keine eigene Winterausrüstung, aber die Schule fand dafür eine Lösung. Sie hat dazu aufgerufen, nicht benötigte Ski, Winterjacken, Helme und sonstige Winterausrüstung, den Kindern für diese Woche auszuleihen.

Dazu hat das Leiterteam bei ihren Freunden, Bekannten und allen anderen im Dorf nachgefragt. «Schon nach kürzester Zeit hatten wir die Sachen beisammen. Ein Junge hat sich darüber so gefreut, dass ihm die Tränen kamen», erzählt Nussbaumer. So ist es nun allen Angemeldeten möglich, am Lager teilzunehmen und die Woche im Schnee zu geniessen.

Im Skilager geht es nach dem Frühstück täglich zwischen 8.30 Uhr und 9 Uhr auf die Piste. Und auch am Nachmittag wird nach dem Essen fleissig weiter trainiert. Das Abendprogramm findet aber wieder in der warmen Lagerhütte statt. «Das Programm variiert jeden Abend», sagt Nussbaumer. «Einmal gibt es einen Bastelabend ein anderes Mal einen Spieleabend und am letzten Tag gibt es den bunten Abend mit einer Disco.»

So wird es den Kindern sicher nicht langweilig, obwohl die Handys für diese Woche zu Hause bleiben müssen. «Die Kinder sollen das Lager geniessen und nicht nur an ihrem Handy sein. Natürlich benutzten auch die Leiter die Handys während des Tages nicht», sagt Nussbaumer. «Die Leiter haben ja auch eine gewisse Vorbildfunktion für die Kinder.»

Mit Heimweh kann sich jeder anstecken

Obwohl die Abende den Kindern viel Freude bereiten, ist es laut Nussbaumer auch die Zeit, in der sie am ehesten Heimweh bekommen. «Am Tag sind sie immer in Bewegung, aber am Abend kehrt mehr Ruhe ein und die Kinder beginnen, über ihre Eltern nachzudenken», sagt er. Dass ein Kind Heimweh bekommt, sei aber die Ausnahme.

Falls es aber zum Notfall kommt, hat Nussbaumer noch etwas in der Hinterhand. «Für solche Fälle habe ich mein Zauberpulver dabei», sagt er, während er einen Traubenzucker aus dem Erstehilfekoffer nimmt. Und im aller schlimmsten Fall werden die Eltern kontaktiert. «Wir versuchen aber, alles im Lager zu regeln. Nach Hause schicken mussten wir zum Glück noch niemanden», sagt Nussbaumer.

Neben den Skilehrerinnen und Skilehrern braucht es auch Personen, die im Lagerhaus nach dem Rechten sehen. Nussbaumer ist einer davon. Neben ihm sind Helferin Sandra Graf und die Lager-Köchin Anita Thöny mit ihrer Unterstützung Irene Stutz in der Küche, um den Kindern auch kulinarisch etwas zu bieten.

Geachtet wird darauf, die Produkte regional zu kaufen und dass so wenig Abfall wie möglich entsteht. «Letztes Jahr hatten wir mit 50 Leuten nur einen Abfallsack voll», sagt Nussbaumer. «Auch dieses Jahr wird es nicht anders aussehen.»

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