Boswil
Bellamy Brothers: Weltstars treten in einem Freiämter Dorfsäli auf

Die Brüder Howard und David Bellamy lieben es, vor grossem Publikum zu spielen – aber sie schätzen es auch, in die Intimität eines Dorfsaales abzutauchen, so geschehen in Boswil, wo sie vor 400 Zuhörern spielten.

Angelo Zambelli
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Die Bellamy Brothers in Boswil
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Die Bellamy Brothers in Boswil

Angelo Zambelli

Nehmen wir es vorweg: Es war ein begeisterndes Konzert, das die in Luling im US-Bundesstaat Texas lebenden Brüder inm Gasthof Löwen in Boswil boten: 27 Songs wie aus einem Guss: temporeich, authentisch, schnörkellos. Den aus der ganzen Schweiz ins Freiamt gereisten Fans blieb kaum Zeit, zwischen den Top-Ten-Hits Luft zu holen. Beginnend mit «Old Hippie», «Broken Hearts» und «Lovers live longer» setzten die Bellamy Brothers zu einem Steigerungslauf an, der seinen Höhepunkt zwangsläufig im Welthit «Let your love flow» haben musste.

Stars zum Anfassen

Die Bellamy Brothers haben in den 44 Jahren, in denen sie im Musikgeschäft sind, kein bisschen von ihrem Charisma verloren. Auch als Über-60-Jährige überzeugen sie mit ihrem speziellen Stil, einem Mix aus Country, Gospel, Rock und Pop. Trotz ihres Erfolgs stehen sie mit beiden Beinen auf der Erde und lassen das Publikum spüren, dass sie es lieben.

Die Reaktionen der Fans fielen dementsprechend aus: Peter aus Islisberg fand das Konzert «hammergut», Silvia aus Oberlunkhofen schätzte die Super-Stimmung und den nicht zu lauten Sound, Vera aus Muri und Markus aus Gossau im Zürcher Oberland fand es «unglaublich, dass es jemandem gelingt, ein so grossarti-
ges Clubkonzert mit weltbekannten Musikgrössen zu organisieren.» Für Markus gab es kein Halten mehr, als er am Schluss des Konzerts von Howard Bellamy ein Plektrum (Plättchen, mit dem die Gitarre gespielt wird) geschenkt bekam.

Dank «Vitamin B»

Doch wie schafft es der Wirt einer ganz normalen Landbeiz im Freiamt, Weltstars wie die Bellamy Brothers für ein Hautnah-Konzert zu verpflichten? Peter «Pitsch» Wyrsch: «Das geht nur mit guten Beziehungen und einer grossen Portion Glück, aber auch mit Risikobereitschaft.» Die Schlüsselrolle beim Deal mit den Countrystars aus Texas spielte Albert Greter aus Aristau. Er lebt seit Längerem in den USA und kennt die Bellamy Brothers persönlich.

Im Wissen, dass die beiden Brüder sowohl «big» als auch «small» lieben, fragte er sie an, ob sie bereit wären, in einem kleinen Ort in der Schweiz zu spielen. Die Bellamy Brothers, seit Jahren mit der Schweiz eng verbunden – ein Song trägt den Titel «I must be in Switzerland») –, sagten zu.

Löwen-Wirt hat weitere Pläne

Für Löwen-Wirt Peter Wyrsch hat sich das Risiko gelohnt: «Ein volles Haus, begeisterte Fans und ein bisschen Reklame für den Gasthof: Was will man mehr?» Mit dem Erfolg des Bellamy-Brothers-Konzerts will sich Wyrsch nicht zufrieden geben: Er schmiedet bereits neue Pläne. Wen er nach Boswil holt, möchte er nicht verraten. Nur soviel gibt er preis: «Gotthard kommt.»