Wohlen
Bekommt Wohlen nun endlich eine neue Eisbahn?

Heute beginnt auf der Wohler Kunsteisbahn die Saison. Das erste Eis ist da. Gesucht sind auch Ideen für eine bessere Gestaltung des Sportareals. Denn die 1976 eingeweihte Anlage nähert sich ihrem «Ablaufdatum».

Jörg Baumann
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Gemeinderat Urs Kuhn mit Vizeammann Matthias Jauslin

Gemeinderat Urs Kuhn mit Vizeammann Matthias Jauslin

«Das Kunsteis ist zwar noch relativ dünn, aber das ist am Anfang der Saison immer so», sagt Eismeister Andreas Neeser. «Letztes Jahr erzielten wir auf der Kunsteisbahn einen neuen Besucherrekord. Die Anlage ist bei der Bevölkerung beliebt.»

Kunsteisbahn vor «Ablaufdatum»

So sehr das Volk die Kunsteisbahn schätzt: Es ist unbestritten, dass sich die 1976 eingeweihte Anlage ihrem «Ablaufdatum» nähert. Das Ingenieurbüro BBP Benjamin Bührer & Partner in Meggen erstellte letztes Jahr eine Zustandsanalyse und kam zum Schluss, dass man nur noch so viel Geld wie unbedingt nötig in Reparaturen, Servicearbeiten und Unterhalt der Anlage stecken sollte. «Die Eisbahn versprüht zwar einen gewissen Charme und funktioniert noch immer. Aber sie muss ersetzt werden.» Davon ist Gemeinderat Urs Kuhn überzeugt. Dem pflichtet Vizeammann Matthias Jauslin bei: «Wenn sich die Kunsteisbahngenossenschaft in den letzten Jahren finanziell nicht so stark für den Unterhalt engagiert hätte, wäre die Anlage schon heute nicht mehr in Betrieb.» Der Zustand der Eisbahn eröffne aber auch Chancen, meinen Kuhn und Jauslin. Die Gemeinde könne mit einer Gesamtplanung alle Sportstätten auf dem Areal einbeziehen: also neben der Kunsteisbahn auch die sanierungsreife Badi, die Minigolfanlage, den Skaterpark und den Pétanqueplatz.

Gerade die Kunsteisbahn und die Badi pflegen heute ein Eigenleben. Sie betreiben beide ein separates Restaurant. «Es stellt sich die Frage, ob ein gemeinsames Restaurant nicht die bessere Lösung wäre», sagt Jauslin. Auch ein zentraler Eingang und bessere Betriebsabläufe für die Sportstätten seien ein Thema, das geprüft werden sollte. Dafür müssen Spezialisten auf den Plan. Der Gemeinderat erteilte dem Ingenieurbüro BBS in Winterthur den Auftrag, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben.

Clevere Ideen gesucht

Gesucht sind gute Ideen und clevere Lösungen, die auch eine Gemeinde wie Wohlen mit einer angespannten Finanzlage schultern kann. Im Finanzplan sind für die Gesamtplanung und den Projektwettbewerb 8 Millionen Franken eingestellt. Jauslin und Kuhn sind sich bewusst: «Das wird nicht reichen.» Aber es ist noch zu früh, um über die Kosten zu reden. Zuerst ist ohnehin der Einwohnerrat am Zug. Er soll 2011 den Projektkredit bewilligen. Gibt das Parlament dafür grünes Licht, kann der Wettbewerb noch im gleichen Jahr gestartet werden. Der Knackpunkt: Keine der Sportstätten darf während der Bauarbeiten stillgelegt werden. «Das ist wie eine Operation am offenen Herzen», meint Urs Kuhn. Beide Gemeinderäte beruhigen: «Keiner der Nutzer auf dem Areal wird aus dem Feld gedrängt.»