Bremgarten
Beitrag der Ortsbürger zur Sanierung der Badi fällt ins Wasser

Die Badi in Bremgarten muss saniert werden, der Stadtrat forderte die Ortsbürger zur finanziellen Mithilfe auf. Die Ortsbürgergmeind lehnt die «Badi»-Million jedoch wuchtig ab.

Lukas Schumacher
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Klares Nein bei Ortsbürgerversammlung: Sanierung der Badanlage wird nicht unterstützt.sl

Klares Nein bei Ortsbürgerversammlung: Sanierung der Badanlage wird nicht unterstützt.sl

Lukas schumacher

Die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger beteiligen sich nicht an der Sanierung der Badanlage Bremgarten. Sie verwarfen den Beitrag von einer Million Franken sehr deutlich, bei 87 Nein gegen 16 Ja. Dieser Beschluss ist abschliessend, das fakultative Referendum kann nicht ergriffen werden. An der Ortsbürgergmeind im weihnachtlich geschmückten Casinosaal nahmen 113 der 403 Stimmberechtigten teil.

Ohne zu diskutieren

Budget, Hexenturm und Forstmagazin

Ohne Gegenstimme genehmigte die Ortsbürgerversammlung ein Einbürgerungsgesuch von Marco Bader-Honegger mit Söhnchen Janick Levin und das Budget 2015 der Ortsbürgergemeinde, das mit einem Plus von 1,126 Mio. Franken rechnet. Stadtammann Tellenbach gab einige Neuigkeiten bekannt. Zurzeit läuft die Innenrenovation des 600-jährigen Hexenturms, den man am Bürgertag vom 30. Mai 2015 erstmals begehen kann. Der geplante Neubau des Forstmagazins Schafboden in Bremgarten mit Werkstatt, Garderoben etc. ist noch nicht spruchreif. Die Forstkommission verlangte aus Kostengründen eine Abspeckrunde. An der Ortsbürger-Gmeind im Juni 2015 wird über dieses Vorhaben und den Baukredit abgestimmt. (sl)

Zuvor hatte Tellenbach ehrenvoll gekämpft. Er ermunterte die Ortsbürger, ein starkes Zeichen zu setzen und sich so Goodwill bei allen Städtchenbewohnern zu verschaffen. Bei der grossen Badi-Umfrage dieses Jahres habe sich gezeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmer eine finanzielle Beteiligung der Ortsbürger wünscht.

«Die Ortsbürgergemeinde ist wohlhabend», fügte der Stadtammann hinzu, «ihre finanzielle Lage erlaubt es, die Million Franken zu spendieren, ohne dass andere wichtige Ortsbürger-Projekte gefährdet wären.» Tellenbach schlug vor, das Ortsbürger-Geld einzusetzen für die notwendige Erneuerung des Freibadgebäudes samt Duschen/Toiletten, Flachdach-Haut etc., etc.

Die dringliche technische Sanierung des Hallenbad-Teils im Betrag von knapp 4,6 Mio. Franken netto sei dann Sache der Einwohnergemeinde. Immerhin 400 000 Franken der Gesamtsanierungskosten von 5,96 Mio. Franken finanziere der Kanton aus dem Swisslos-Fonds.

«Wehret den Anfängen»

Eine solche Schenkung mache keinen Sinn, teilte Nauer mit, die bewährte Aufgabenteilung zwischen Einwohnergemeinde und Ortsbürgergemeinde Bremgarten sei strikte einzuhalten. Zudem müsse man die geforderte Million losgelöst vom eigentlichen Badi-Sanierungsprojekt beurteilen. Es gelte, einen Zugriff der Einwohnergemeinde auf die Substanz der Ortsbürgergemeinde abzuwehren und auch künftigen Begehrlichkeiten einen Riegel zu schieben.

«Ausserdem vergisst die Öffentlichkeit gern, was die Ortsbürgergemeinde ständig zugunsten aller Einwohner tut», klagte Nauer. Die Ortsbürgergemeinde unterhalte das historische Altstadt-Bild, sie unterstütze kulturelle Vereinigungen mit jährlich 300 000 Franken, auch setzte sie sich mit teilweise namhaften Beträgen für die Natur und Naherholungsgebiete ein, so auch jüngst im Gebiet Hegnau.

Das gesamte Vermögen der Ortsbürgergemeinde im Betrag von 44 Mio. Franken sei in Liegenschaften angelegt, mit den Mieteinnahmen und Baurechtszinsen haushalte man solide und finanziere auch Investitionen. Ein Extra-Kässeli, dem man eine Million entnehmen könne, fehle der Ortsbürgergemeinde.