Beinwil
Mehr Platz und Sicherheit für Feuerwehr und Werkhof: «Ein grosser Brocken für die Gemeinde, aber das Geld wurde hier langfristig investiert»

Bereits vor elf Jahren wollte die Gemeinde Beinwil ein neues Feuerwehr- und Werkhoflokal bauen. Aus Kostengründen wurde dieses Projekt verschoben. Jetzt, ein knappes Jahr nach dem Spatenstich im Weiler Wiggwil, kann der Neubau bezogen werden. Weil das Einweihungsfest erst im nächsten Jahr stattfinden wird, weiht die AZ das neue Gebäude mit einem Rundgang ein.

Melanie Burgener
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Ein knappes Jahr ist vergangen, seit an der Kantonsstrasse im Beinwiler Weiler Wiggwil der Spatenstich stattgefunden hat. Heute strahlt das neue Feuerwehr- und Werkhofgebäude in vollem Glanz und kann nun bezogen werden.

Ein knappes Jahr ist vergangen, seit an der Kantonsstrasse im Beinwiler Weiler Wiggwil der Spatenstich stattgefunden hat. Heute strahlt das neue Feuerwehr- und Werkhofgebäude in vollem Glanz und kann nun bezogen werden.

Valentin Hehli

Wo beim Spatenstich vor knapp einem Jahr noch ein Bagger neben einem grossen Haufen Erde stand, kann Albert Betschart heute am neuen Feuerwehr- und Werkhoflokal emporschauen. Der Beinwiler Gemeindeammann ist zufrieden mit dem Ergebnis des langersehnten Bauprojektes. «Es ist etwas Gefreutes. Zwar ein grosser Brocken für die Gemeinde, aber das Geld wurde hier in etwas investiert, das langfristig benötigt wird», sagt er.

Beim Spatenstich freuten sich Gemeindeammann Albert Betschart (im Bagger) zusammen mit der Baukommission Philip Falkner, Christian Wenger, Anton Zender, Daniel Ott, Reto Küng, Stephan Bucher und Leo Nietlispach (von links) auf das Projekt.

Beim Spatenstich freuten sich Gemeindeammann Albert Betschart (im Bagger) zusammen mit der Baukommission Philip Falkner, Christian Wenger, Anton Zender, Daniel Ott, Reto Küng, Stephan Bucher und Leo Nietlispach (von links) auf das Projekt.

Melanie Burgener
(29. September 2020)

Beim Betrachten der alten Lokalität beim Schulhaus wird schnell klar, wie nötig der Neubau an der Kantonsstrasse im Weiler Wiggwil tatsächlich war. Betschart sagt:

«Der Platz für die beiden Feuerwehrautos ist halb so gross, man muss beim Parkieren die Seitenspiegel einziehen, damit beide nebeneinander Platz haben.»

Der kleine angrenzende Materialraum des Werkdienstes ist überladen, die benötigten Maschinen müssen extern platziert werden.

Bis anhin haben sich die Feuerwehr und der Werkdienst die kleine Lokalität beim Schulhaus geteilt.

Bis anhin haben sich die Feuerwehr und der Werkdienst die kleine Lokalität beim Schulhaus geteilt.

Valentin Hehli

Geplant waren die neuen Lagerräumlichkeiten eigentlich bereits im Jahr 2011 zusammen mit der Erweiterung des Schulhauses. «Beides zusammen wäre damals aber zu teuer gekommen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, zuerst das Schulhaus zu erweitern und das Projekt Werkhof zu verschieben», erklärt Betschart.

Gebäudeversicherung verlangte Einhaltung neuer Vorgaben

Fast zehn Jahre später war das neue Lokal nicht nur platztechnisch zwingend notwendig. «Jetzt entsprechen alle Räume den Vorgaben der Gebäudeversicherung. Diese werden der Grösse der Gemeinde entsprechend festgelegt», erklärt Stephan Bucher, Leiter Werkdienst von Beinwil, auf einem Rundgang durch den Neubau.

Gemeindeammann Albert Betschart freut sich über die neuen Räumlichkeiten für die Feuerwehr und den Werkdienst.

Gemeindeammann Albert Betschart freut sich über die neuen Räumlichkeiten für die Feuerwehr und den Werkdienst.

Valentin Hehli

Heute befinden sich hinter der Einstellhalle für die Löschfahrzeuge eine grosse Garderobe sowie sanitäre Anlagen mit Herren- und Damentoiletten und einer Dusche, alles rollstuhlgängig. Es gibt zudem ein Büro für die Verantwortlichen und zuoberst einen grossen Theoriesaal samt Küche. Albert Betschart erklärt:

«Man hätte hier über der Halle auch Wohnungen bauen können.»

Man habe sich aber schlussendlich dagegen entschieden, weil sich die Parzelle südlich des Neubaus besser für Wohnraum eigne, da er näher an Wiggwil liege und so von der Gewerbezone besser abgegrenzt werden könne.

Nicht nur die Feuerwehr, sondern auch Stephan Bucher, Leiter Werkdienst von Beinwil, profitiert vom Neubau. Er erhält mehr Platz für das Material und eine temperierte Halle für die Maschinen.

Nicht nur die Feuerwehr, sondern auch Stephan Bucher, Leiter Werkdienst von Beinwil, profitiert vom Neubau. Er erhält mehr Platz für das Material und eine temperierte Halle für die Maschinen.

Valentin Hehli

Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich das neue Reich von Stephan Bucher. Nebst dem eigenen Büro freut er sich vor allem über die grössere Halle: «Das macht das Materialhandling einfacher. Zudem ist der Raum hier auf etwa fünf bis zehn Grad temperiert. Das ist vor allem praktisch, wenn ich im Winter die Maschinen nachts zum Schneenräumen brauche.»

Wie teuer der komplette Bau war, sei noch nicht zu 100 Prozent bekannt, da noch letzte Abrechnungen gemacht werden müssen. «Aber bis jetzt sieht es so aus, als wären wir ziemlich genau im bewilligten Kredit von 2,9 Millionen drin», so Betschart. Diese Kosten würden nebst dem Bau auch den Erwerb des Grundstückes, Investitionen in die Umgebungsarbeiten sowie Nebenkosten umfassen.

Es folgen Bäume, neue Rollläden und eine Fotovoltaikanlage

Der Neubau ist also fertig und muss nur noch bezogen werden. «Die Umgebungsarbeiten sind auch noch nicht ganz vollendet. Vor dem Haus werden noch Bäume gepflanzt und einige Rollläden und die Leiste oben am Dach müssen wegen Hagelschäden nochmals ausgetauscht werden», zählt Betschart die noch anstehenden Aufgaben auf.

Auch auf dem Dach wird es noch Änderungen geben. Denn diesen Platz habe sich die Elektra Sins bereits reserviert, damit sie dort irgendwann eine Fotovoltaikanlage realisieren könne.

Eigentlich hätte das neue Feuerwehr- und Werkhofgebäude am 31. Oktober mit einem grossen Fest eingeweiht werden sollen. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen habe man sich aber dazu entschieden, den Anlass ins nächste Jahr zu verlegen. Dann soll es ein gemütliches Beisammensein mit Hausbesichtigung, Grillieren und Unterhaltung geben. «Das soll ein Dank für die Bevölkerung sein, die dem Kredit zugestimmt hat», sagt Betschart.

Ein besonderes Geschenk für die Feuerwehr zur Einweihung des Lokals

Daniel Bucher, André Weber und Armin Rogger haben die alte Handkraftwagenspritze aus dem Jahr 1936 total restauriert.

Daniel Bucher, André Weber und Armin Rogger haben die alte Handkraftwagenspritze aus dem Jahr 1936 total restauriert.

zvg

Weil das eigentliche Einweihungsfest des Feuerwehr- und Werkhoflokals erst 2022 stattfinden kann, werden die neuen Räumlichkeiten der Feuerwehr an deren nächster Hauptübung am 23. Oktober übergeben. Zur Feier dieses Tages haben drei ehemalige Gruppenführer der Feuerwehr seit dem Frühling an einem Geschenk gearbeitet. Gemeinsam haben sie auf Anfrage der Gemeinde eine alte Handkraftwagenspritze komplett restauriert.

«Die Feuerwehr Beinwil hat die Spritze im Jahr 1936 gekauft. Bisher stand sie im Depot in Brunnwil», erzählt Armin Rogger, einer der drei Beteiligten. Zusammen mit Daniel Bucher und André Weber hat er das Gerät auf Vordermann gebracht. «Herausfordernd war, das Kupfer und das Messing wieder in ihrem vollen Glanz zu zeigen. Beides ist im Lauf der Jahre mit dunkler Farbe übermalt worden», sagt Rogger. Zu den Arbeiten selbst sagt er: «Wir haben alles in Fronarbeit gemacht. Unsere einzige Bedingung war, dass die Spritze von nun an im neuen Lokal als Ausstellungsobjekt stehen kann.» (mel)

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