Bremgarten

Beim Troubadix drückten sich die Sänger die Gitarre in die Hand

Rund 400 Besucherinnen und Besucher kamen am Wochenende zum Festival der Liedermacher ins Reussstädtchen. Sieger wurde schliesslich im Final der Zuger Troubadueli.

Farben, Lachen, Sonnenschein. So einfach lässt sich der Bremgarter Schellenhausplatz am Sonntagnachmittag beschreiben. Ein Wort fehlt aber noch: Musik. Denn der Kern des Troubadix, des Aargauer Liedermacherinnenfestivals, sind natürlich die Lieder.

18 Liedermacherinnen, Liedermacher oder Duos drückten sich an der 18. Austragung des Festivals den ganzen Tag lang auf der kleinen Bühne im alten Zeughaussaal Gitarrenkabel und Mikrofon in die Hand und zogen die Zuhörer in ihren Bann. Und da es fast ausschliesslich schweizerdeutsche und vereinzelt hochdeutsche Lieder waren, konnten nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder mitsingen. Und das taten sie auch lautstark, ob die Lieder nun von Rosenpfeffer handelten, dem Hausmittel gegen Kater, um Herrn Roth, der zwar sehr sympatisch aber leider doch Mathelehrer ist, oder um wildes Wasser, das die Sängerin halt selber durchschwimmt, wenn ihr Bootsbesitzer nicht mitrudern mag.

„Die Stimmung war wunderbar, ich bin wirklich begeistert“, sagt Mitorganisator Norbert Joller, der nicht nur dafür gesorgt hat, dass das Troubadix erstmals im Reussstädtchen durchgeführt werden konnte, sondern auch für die Verpflegung verantwortlich war. „Es hat mich nicht überrascht, dass die Stimmung so toll war, aber ich bin auf jeden Fall positiv erfreut“, fügt er lachend an.

Funktionierendes Chaos

Rund 200 Leute bevölkerten das kleine Festival konstant. „Es sind immer wieder welche gekommen und gegangen, ich schätze, dass es insgesamt rund 400 Besucher waren. Und das Schönste: Ich habe kein einziges schlecht gelauntes Gesicht gesehen, die Leute hatten Spass, waren fröhlich – und haben sich auch gegenseitig geholfen, wo es ging“, freut sich Joller. Selbst die Künstler hätten überall mitangepackt.

Doch das Wichtigste – neben Spass und Zusammensein – war natürlich die Musik. In drei Blöcken waren die 18 Künstlerinnen und Künstler zu hören, und aus jedem Block gingen zwei Finalisten hervor. Denn um den Zuschauern noch mehr Spannung zu bieten, wird seit einigen Jahren das beste Lied gekürt.

Auch der in Bremgarten aufgewachsene Nick Spalinger schaffte den Sprung in den Final. Er besang in seinem Lied „All Vögel sind scho da“ die gefiederten Freunde, wie beispielsweise den Buntspecht, der einen rabenschwarzen Abend hatte, oder die dumme Gans mit der Meise. Im Final drückten sich die sechs Liedermacherinnen und Liedermacher tatsächlich die Gitarre in die Hand, denn Spalinger lachte: „Wir sind sechs Finalisten, haben aber nur vier Gitarren.“ Symbolisch für das Troubadix. Oder wie es Norbert Joller ausdrückt: „Die Troubadix-Veranstalter sind eine totale Chaostruppe, die keine Konzepte aufschreiben, sondern einfach machen. Ich habe noch nie erlebt, dass so ein natürliches Chaos so konstruktiv funktionieren kann. Das mag ich sehr.“

 „Mei mei, Elsa!“

Der Sieger des Troubadix 2017 heisst übrigens Troubadueli und kommt aus Zug. Er sang über Elsa, die lila und pink hasst und Sätze gut zu ignorieren weiss, die sie in ihrer Freiheit einschränken. So ist auch der Refrain einfach zu merken und mitzusingen: „Nei, Elsa, mach das ned! Mach das ned, Elsa! Mei, mei, mei!“ Wie es die Troubadix-Tradition will, darf Troubadueli den Austragungsort für das Festival 2018 mitbestimmen.

Irgendwo im Aargau muss es sein. Wo genau, weiss er aber noch nicht. Als Pokal durfte er einen Original-Bremgarter Tüpflischiisser von Norbert Joller mit nach Hause nehmen, also eine rote Blumenkiste mit weissen Punkten, bepflanzt mit feinen Küchenkräutern, die ihn hoffentlich zu neuen Liedern für das nächste Troubadix anregen mögen.

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