Niederwil

Bei Hochwasser werden die Auberginen zuerst gerettet

Annafried Widmer-Kessler (rechts) verstand es, mit ihren Erklärungen im Gewächshaus das Interesse der Besucher zu gewinnen.ASU

Annafried Widmer-Kessler (rechts) verstand es, mit ihren Erklärungen im Gewächshaus das Interesse der Besucher zu gewinnen.ASU

Ein Gemeinschaftsprojekt von Pro Specie Rara und dem Reusspark lockte über 200 Besucher auf das Gelände des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters Gnadenthal in Niederwil.

Annafried Widmer-Kessler, seit über 30 Jahren im Dienst von Pro Specie Rara (siehe Kasten), ist die Leiterin des Gemeinschaftsprojekts «Schaugewächshaus». Wie gross der Erfahrungsschatz der Pro-Specie-Rara-Sortenbetreuerin ist, zeigte sich während der Führungen durch das idyllisch am Reussufer gelegene Gewächshaus beim Kloster Gnadental. Immer wieder bildeten sich Menschentrauben um Widmer-Kessler, und die Besucher lauschten gebannt ihren Erzählungen.

Eine seltene Auberginenart

Besonders angetan hat es Widmer-Kessler die stark bedrohte Auberginensorte «Applegreen», welche im hinteren Teil des Schaugewächshauses einen Platz gefunden hat. In liebevoller Arbeit ist es der Sortenbetreuerin in den vergangenen Wochen gelungen, einige Jungpflanzen dieser seltenen Aubergine heranzuziehen. Sollte ein Hochwasser der Reuss das Projekt bedrohen, müssten zuerst die Auberginen gerettet werden, erklärte Widmer-Kessler mit einem Lächeln auf den Lippen. Und sie betont: «Ohne die Hilfe meines Mannes und der vielen freiwilligen Helfer wäre ein Projekt wie dieses nicht möglich.»

Irene Briner, Verantwortliche für Kultur im Reusspark Niederwil, hatte in enger Zusammenarbeit mit Anna-fried Widmer-Kessler das Projekt Schaugewächshaus gestaltet. Die Grundidee des Konzepts, Konvent (Zusammenkunft) und Kontemplation (Betrachtung), zieht sich wie ein roter Faden durch das Gewächshaus. «Ganz verschiedene Menschen und verschiedene Pflanzen treffen hier aufeinander», erklärte Briner. Der geschützte und ruhige Ort soll die Bewohner des Reussparks zum Verweilen einladen, der Aktivierung dienen – und auch dem leiblichen Wohl: «Tomatenstöcke, von denen die Bewohner naschen dürfen, sind mit einem roten Faden gekennzeichnet», erklärte Briner. Und Widmer-Kessler vervollständigt: «Die Gemüsesorten überwiegen zwar, aber die Sinne der Bewohner werden mittels Blumen und Düften aus dem Kräutergarten angeregt.»

Thomas Peterhans, Direktor des Reussparks, ist angetan von diesem ganzheitlichen Konzept. «Ich habe rund zehn Ideen geprüft, und dieses Projekt hat mich sofort überzeugt.» Er lobte das Engagement der Kulturverantwortlichen Irene Briner für dieses «schöne und wertvolle Projekt». Die Veranstaltung wurde abgerundet mit der offiziellen Eröffnungsrede der Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist.

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