Nesselnbach

Bei diesem Töfflirennen ist der Plausch das Wichtigste - und die Sonderregeln

Zum neunten Mal haben die Füürwehr-Oldies zum Rennen eingeladen – gekommen sind Hunderte von begeisterten Zuschauern und Teilnehmern. Auch Frau Roggenmoser durfte nicht fehlen.

Eine Staubwolke liegt über Alois Horats Hof, dazu lautes Motorengeknatter und ausgelassene Stimmung. Es ist wieder Zeit für das jährliche Plausch-Töfflirennen in Nesselnbach. Die Laune bei Startern und Zuschauern ist hervorragend, alle Teilnehmer werden nach Kräften angefeuert. Besonders beliebt ist die Kategorie «Sie und Er», da sorgt schon allein der Fahrerwechsel nach jeder Runde für viele Lacher.

Für die Teilnahme an dieser Kategorie ist es nicht zwingend notwendig, dass einer der Fahrer eine Frau ist. «Es genügt schon, wenn der Fahrer wie eine Frau ausschaut», erklärt Mitorganisator Karl Fleischmann schmunzelnd. Nicht zu übersehen ist Frau Roggenmoser, die sich bereits zum fünften Mal das Rennen nicht entgehen lässt.

Töfflirennen Nesselnbach

Töfflirennen Nesselnbach

Zum neunten Mal haben die Füürwehr-Oldies zum Rennen eingeladen – gekommen sind Hunderte.

Start, Staub und viele Einhörner

Vier Kategorien gibt es bei diesem Rennen: Original, Seitenwagen, «Sie und Er» sowie Modifiziert. Wenige Minuten vor 13 Uhr versammeln sich die ersten Teilnehmer. Geplant ist ein Le-Mans-Start, dabei stehen die Rennfahrer einige Meter von ihren fahrenden Untersätzen entfernt. Beim Start müssen sie zu ihrem Töffli rennen und es in Bewegung setzen. Eine Herausforderung, die gleich für Spannung und unterhaltsame Momente sorgt. Kurz nach der Startphase sind Rennpiste, Fahrer und Zuschauer von einer Staubwolke umhüllt.

Bei einem Streifzug durch das Fahrerlager können die Besucher die verschiedenen Töffli-Modelle bewundern und fachsimpeln. Hin und wieder trifft man dabei auf besonders originelle Teilnehmer, wie etwa einen weissen Hasen, der auf einem grasigen Moped an einem vorbeirauscht. Der Hase entpuppt sich als Jamin Butphaeo aus Birrhard. «Wir sind schon zum dritten Mal dabei», berichtet Butphaeo und deutet auf seine Mitstreiter. «Wir machen mit, weil es uns Spass macht. Natürlich schauen wir, welches Moped besser läuft. Das ist ein toller Tag, die Gemeinschaft ist uns auch wichtig.»

Wenige Meter entfernt befindet sich eine Gruppe mit Einhörnern auf dem T-Shirt, auf dem Töffli ist vorn ausserdem ein kleines Plüscheinhorn montiert. Teamsprecher Martin Wernli aus Mellingen erklärt lachend: «Unsere Teilnahme beruht auf einer Bieridee. Das schöne beim Töfflirennen ist ja, dass man sich auch als Erwachsener wieder wie 14 fühlen kann.»

Dario Lütolf aus Schongau nimmt auch an den Schweizer Meisterschaften teil. Das Rennen in Nesselnbach sei Training für ihn. «Die Atmosphäre hier gefällt mir sehr, ich fahre schon zum zweiten Mal mit.» Auch Frau Roggenmoser ist im Fahrerbereich anzutreffen, sie betont: «Der Spass steht im Vordergrund und das Zusammensein mit Freunden und Kollegen.»

Besuch im Kuhstall inklusive

«Seit 2010 organisiert unser Verein Füürwehr-Oldies Niederwil-Fischbach/Göslikon das Töfflirennen», sagt Karl Fleischmann, «besonders viel Wert legen wir auf den Plausch.» Für die rund 50 Teilnehmer gebe es einen kleinen Einheitspreis. Ab 14 Jahren könne man mitmachen, eine Altersgrenze nach oben gebe es nicht. «Wer mag, darf auch mit Rollator mitmachen», führt er augenzwinkernd aus. Die Veranstaltung solle in erster Linie Spass bringen und eine gute Unterhaltung für Familien sein. Deswegen können Kinder auch Horats Kuhstall besuchen und sich auf einer Hüpfburg austoben. Etwa 400 bis 500 Zuschauer kommen zum Plauschtöfflirennen. Fleischmann stellt fest: «Unser Konzept hat sich bewährt.»

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