Fridolin schläft noch. Das Wiesel liegt zugedeckt in der Mitte des Stuhlkreises. Jetzt, da alle Kinder da sind, wird es geweckt. «Ich will! Ich will!», sagt ein Mädchen, nimmt Fridolin aus seinem Körbchen und schüttelt ihn leicht. «Er ist wach», sagt sie und streckt Thea Soricelli das Wiesel entgegen. Dann beginnt Fridolin plötzlich zu singen. «Schön bisch do», begrüsst er jedes der acht kleinen Sängerinnen und Sänger.

Gut für die Kommunikation

Zugegeben: Fridolin ist aus Plüsch. Und er singt auch nicht selber, sondern Thea Soricelli zusammen mit den Eltern, die mit ihren Kleinkindern in das katholische Pfarreizentrum Lenzburg gekommen sind. Seit Herbst 2011 leitet die ehemalige Krankenschwester Thea Soricelli (67) das Eltern-Kind-Singen der Lenzburger Kantorei. Einmal pro Woche treffen sich Kinder im Alter von anderthalb bis vier Jahren, zusammen mit einem Eltern- oder Grosselternteil, Gotti oder Götti, im Pfarreizentrum. «Das Singen hilft den Kindern in der Kommunikation», sagt die Leiterin und ehemalige Lenzburgerin, die heute in Schafisheim wohnt. Durch einfache Lieder, Routine, kleine Tanzeinlagen und Spiele werden die Kleinsten in die Welt der Musik entführt. Dabei wird die Bindung zum Elternteil gestärkt.

Umfassende Ausbildung

Gut möglich, dass der eine oder andere Knirps, den Fridolin begrüsst hat, später tatsächlich einmal Sänger oder Sängerin wird. Das Eltern-Kind-Singen ist die erste von fünf Stufen der Gesangsausbildung, welche die Lenzburger Kantorei anbietet. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, jugendlichen Chorgesang zu fördern. Bei den Spatzen (ebenfalls von Thea Soricelli geleitet) lernen 4- bis 6-Jährige, sich rhythmisch zu bewegen und erste Töne abzunehmen. Ab sechs Jahren steht Chorgesang unter professioneller Leitung von Kristine Jaunalksne auf dem Programm. Ausserdem Gesangs- und Stimmbildungsunterricht. Die Besten singen später als Jugendliche im Ensemble.

Ihr Können stellten die rund 50 Kinder und Jugendlichen zuletzt Ende November unter Beweis. Alle zusammen standen sie auf der Bühne und gaben eigens für das Konzert vertonte Gedichte von Mundartdichterin Sophie Haemmerli-Marti zum Besten. «Das Konzert war sehr schön und kam beim Publikum super an», erzählt Thea Soricelli.

Singen im Advent

Auch im Advent besteht die Chance, den Klängen der Lenzburger Kantorei zu lauschen: Am 16. Dezember findet in der Kirche auf dem Staufberg um 17 Uhr das offene Adventssingen mit anschliessendem Fackelumzug statt. Am 23. Dezember singt der Basischor mit 6- bis 8-Jährigen am Weihnachtsgottesdienst für Familien (10 Uhr) in der reformierten Stadtkirche, Lenzburg. An Heiligabend tritt das Ensemble zusammen mit dem Fortgeschrittenenchor im Gottesdienst um 16.30 Uhr in der katholischen Kirche in Lenzburg auf.