Wohlen
Bei der Entwicklung dieser Lern-App waren Schüler die Experten

Die Lern-App «Wörter-Profi» soll Schülern helfen, Diktate und Fremdsprachen zu üben. 45 Schüler der Privatschule «Lern mit» haben beim App-Projekt direkt. Das Resultat lässt sich sehen und war auch Radio SRF 3 einen Bericht wert.

Lisa Stutz
Merken
Drucken
Teilen
Die Schülerin Deborah De Bever mit ihrem iPad, an dem sie schwierige «Wörtli» lernt. lisa Stutz

Die Schülerin Deborah De Bever mit ihrem iPad, an dem sie schwierige «Wörtli» lernt. lisa Stutz

Lisa Stutz

Recktschreipung ist Zuhfal? Nein, sagen die Lehrer der Privatschule «Lern mit». Dank einer neu entwickelten App können ihre Schüler die Rechtschreibung auf dem iPad trainieren.

Alle Schülerinnen und Schüler der Privatschule besitzen einen solchen Tablet-Computer. Mit der App «Wörter-Profi» werden künftig Diktate und Fremdsprachen wie Französisch und Englisch geübt.

«Bisher gibt es wenige Lehrmittel, die für das digitale Lernen geeignet sind», erklärt Reto Helbling, Co-Schulleiter von «Lern mit». «Also haben wir die Sache selbst in die Hand genommen und eine Lern-App entwickelt.» Die App ist ab sofort im App-Store für fünf Franken erhältlich.

Für die Entwicklung der App habe die Schule 45 Experten beigezogen, wie Helbling sagt, «nämlich alle unsere Schüler.» Ausserdem war die Zürcher Firma «Pappy» mit im Boot, die viel Erfahrung mit Lern- und Logopädie-Apps hat.

Gemeinsam habe man die neue App erarbeitet. Drei Schlagwörter standen dabei im Vordergrund: Individualität, Vielseitigkeit und Effizienz. «Die Schüler können persönliche Wörter-Listen erstellen und ihre verschiedenen Sinne werden in acht unterschiedlichen Übungen angeregt», so Helbling.

Ausserdem hat die App ein klares Design, ist unabhängig vom Internet und die Kinder werden ohne viel Schnickschnack und Ablenkung zum Lernen gebracht.

Vor allem die Testphase sei äusserst intensiv gewesen, wie Helbling berichtet. Nachdem «Pappy» die erste Fassung der App entwickelt hatte, durften die Schüler sie testen, und ihr Feedback, ihre Wünsche und Anregungen angeben.

«Viele Dinge, die für uns ‹Peanuts› waren, stellten sich für die Jugendlichen als enorm wichtig heraus», so der Schulleiter.

Die 9.-Klässlerin Deborah De Bever erzählt: «Mir und meinen Mitschülerinnen ist zum Beispiel aufgefallen, dass es eine Belohnung geben sollte, wenn man alle Wörtli kann. Ausserdem waren wir der Meinung, dass es weniger Punkte geben sollte, wenn man eine leichte Aufgabe gelöst hat. Wenn man eine schwierige Aufgabe meistert, soll es mehr Punkte geben.»

Das Prinzip der App ist leicht: Man legt eine Liste an Wörtern an, die schwierig zu schreiben sind. In acht verschiedenen «Games» wird die ganze Liste trainiert, bis man die Wörter intus hat.

Durch Spiegelungen, Lücken, Tonaufnahmen und Buchstaben-Chrüsimüsi werden die Wörter spielerisch ins Gedächtnis gebrannt. Für jede richtige Antwort gibt es je nach Schwierigkeitsgrad Punkte.

Wenn man ein Wörtchen mehrere Male korrekt geschrieben hat, verschwindet es von der Abfrage.

Einziger Wermutstropfen: Die Übersetzung der Fremdsprachen kann nur durch Tonaufnahmen geübt werden, es können keine Deutsch- und Fremdsprachwörter miteinander verknüpft werden.

In der nächsten Zeit wird die Firma «Pappy» aber weiter an der App arbeiten, sodass dies künftig auch möglich ist. Deborah De Bever sagt über die App ganz in Neue-Medien-Manier: «Gefällt mir.»