Wohlen
Bei dem neuen Projekt werden auch Bus- und Taxifahrer berücksichtigt

Die Infoveranstaltung zum neuen Projekt Bushof und Bahnhofplatz zeigt, wie emotional das Thema ist.

Andrea Weibel
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Gemeinderat Arsène Perroud musste viele Fragen zum neuen Projekt Bushof und Bahnhofplatz Wohlen beantworten. Andrea Weibel

Gemeinderat Arsène Perroud musste viele Fragen zum neuen Projekt Bushof und Bahnhofplatz Wohlen beantworten. Andrea Weibel

Andrea Weibel

«Wir haben einen Meilenstein vor uns.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeinderat Arsène Perroud am Donnerstagabend die interessierten Wohlerinnen und Wohler, die sich über das Projekt Bushof und Bahnhofplatz informieren wollten.

Es waren lediglich gut 30 Personen anwesend, doch diese zeigten, welch emotionales Thema das «Tor zu Wohlen» in der Bevölkerung ist: Von Bus- und Taxifahrern über Hausfrauen und Politikern bis hin zu Jugendlichen waren die verschiedensten Gruppen vertreten. Sie alle hatten eine Meinung und vor allem Anliegen an das Projekt, das bisher erst als Vorprojekt vorliegt, 15,9 Mio. Franken kosten und bestenfalls 2020 eingeweiht werden soll (siehe Box unten rechts).

Zum Projekt gehören drei Elemente: ein neuer Bushof, dessen elf Bushaltekanten von einem 110 Meter langen Dach überdeckt werden, dessen Design an die Strohindustrie erinnert, eine zweite Personenunterführung, die vom Bushof direkt auf das SBB-Perron führt, sowie der neu gestaltete Bahnhofplatz.

«Der Freiverlad und die Einführung der BDWM in den Bahnhof gehören nicht zum Thema», erklärte Gemeinderat Perroud und verwies auf eine Machbarkeitsstudie über das gesamte Areal, aus der das aktuelle Projekt als beste Lösung hervorgegangen sei.

Freiamt wächst enorm schnell

Beim Vorprojekt wurden die Anliegen verschiedenster Interessengruppen einbezogen, darunter SBB, BDWM, PostAuto, Kanton und IBWohlen AG. Dennoch kamen am Donnerstag sehr viele Fragen aus dem Plenum.

Mehrere Sprecher erkundigten sich über Parkplätze, diese musste das Planerteam auf einen späteren Zeitpunkt verweisen. Perroud erklärte: «Die SBB möchte mindestens Ersatz für ihre 40 derzeitigen Parkplätze. Möglich wäre eine Tiefgarage oder auch die vorübergehende Nutzung des Freiverlads.

Das wird momentan in einer Machbarkeitsstudie geprüft.» Oliver Morel, Projektleiter Infrastruktur öffentlicher Verkehr vom Kanton, fügte hinzu: «Das Freiamt ist verkehrstechnisch eine der am schnellsten wachsenden Regionen des Kantons.

In den letzten zehn Jahren ist es schon um 50 % gewachsen, und bis 2040 geht man von weiteren 70 % Wachstum aus. Da ist es sinnvoller, den öffentlichen Verkehr besser auszubauen, als viele Parkplätze zu schaffen.»

Regenwasser und Autobriefkasten

Einwohnerrat Mika Heinsalo (Dorfteil Anglikon) wollte wissen, wie das Regenwasser abgeleitet oder der Busbetrieb während der Bauzeit sichergestellt werden sollen. Einwohnerratspräsident Andrea Duschén dagegen erkundigte sich, wo der Autobriefkasten nach dem Umbau zu stehen kommen würde.

Diese Fragen konnten Annigna Guyan und Michael Nöthiger, die Vertreter der Generalplaner, noch nicht klar beantworten: «Das Regenwasser wird nach innen in die Kanalisation abgeleitet», so Guyan. Die Antworten auf die beiden anderen Fragen würden sie in der Planungsphase ausarbeiten, fügte Nöthiger hinzu.

Einwohnerrat Christian Lanz (SVP) enervierte sich über die Mehrkosten des Bushofdaches, bei dem man mit einem rein zweckmässigen Flachdach viel hätte sparen können. Genaue Zahlen konnten die Planer hier noch nicht angeben, doch versicherten sie, finanziell mache es keinen so grossen Unterschied, im Gefühl der Ankommenden jedoch sehr.

Es erhoben sich auch Bus- und Taxifahrer, die ihre Anliegen vertreten wissen wollten. «Wo können sich die Busfahrer in den Pausen aufhalten?», fragte jemand. Er konnte von Patrick Zingg, Leiter der Postauto AG Nordschweiz, der im Publikum sass, beruhigt werden: «Die Fahrerinnen und Fahrer werden nicht vergessen, wir setzen uns für sie ein.

Es ist angedacht, dass im Obergeschoss des Bahnhofes Räume für sie eingerichtet werden.» Auch Taxistandplätze würden in der Planung berücksichtigt, hielt Perroud fest. Einwohnerrat Simon Sax (GLP) setzte sich zudem für gut durchdachte Velounterstände ein.

«Es sind sehr viele Aspekte, die zu berücksichtigen sind», fasste Arsène Perroud zusammen und versprach: «Wir werden all die einzelnen Gruppen einbeziehen.»

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