Bremgarten
Behindertenwohnhaus bekommt Wellnessbad

Die Stiftung St. Josef schloss den Projektwettbewerb für den Neubau ab. Die zwei jungen Schweizer Architekten Annet Richter und Ueli Gadient liessen die internationale Konkurrenz hinter sich.

Jörg Baumann
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Zwei junge Schweizer Architekten lassen die internationale Konkurrenz hinter sich: Annet Richter (29) und Ueli Gadient (36) vom Büro Meyer Gadient Architekten AG in Luzern gewannen den Projektwettbewerb für das neue Wohnhaus für 84 behinderte Kinder und Jugendliche der Stiftung St. Josef in Bremgarten. Mit dem Bau soll 2013 begonnen werden. Das Gebäude wird 2015 bezogen.

Grosses internationales Echo

88 Architektenteams bezogen die Unterlagen, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. 34 reichten ihre Vorschläge ein, darunter sieben aus Deutschland, Österreich und Italien. Der Projektwettbewerb sei «unter strenger Kostenkontrolle» abgewickelt worden, teilte Baukommissionspräsident Werner Mäder (Villmergen) bei der Projektpräsentation mit. Betriebliche Mängel kritisierte das Preisgericht konsequent. Die kantonale Feuerpolizei habe deswegen nicht selten «die rote Karte» gezogen, meinte der Fachpreisrichter und Architekt Walter Hertig (Kloten).

Anspruchsvoll war es auch, das neue Gebäude mit dem bestehenden dominanten Zentralbau zu verknüpfen, ohne dass für das Wohnhaus ein unzumutbarer Schattenwurf entstand. Am besten löste die Aufgabe aus betrieblicher und architektonischer Sicht das Architektenteam aus Luzern. «Am Wettbewerb haben erfreulich viele junge Architekten teilgenommen», sagte Walter Hertig, der das AHV-Alter bereits überschritten hat. Mit der öffentlichen Ausschreibung des Auftrages habe man «eine gewisse Inzucht in der Architektengilde» aufbrechen können.

Annet Richter und Ueli Gadient liehen den Namen «Falling Water» ihres Siegerprojektes bei ihrem berühmten amerikanischen Berufskollegen Frank Lloyd Wright aus. Wright baute 1935 bis 1937 für den Warenhausmagnaten Edgar J. Kaufmann die Villa «Falling Water» über einem Wasserfall. Einen Wasserfall konnten Richter und Gadient nicht aus dem Hut zaubern, dafür aber ein Wellnessbad, worüber besonders Stiftungsleiter Manfred Breitschmid entzückt ist. «Die Architekten haben sich hervorragend in die Ansprüche von behinderten Mitmenschen eingefühlt», sagte Breitschmid.

Baukosten noch nicht bekannt

Am Siegerprojekt rühmt das Preisgericht die «städtebauliche Ausstrahlungskraft» und bezeichnet es als «durch hohes Einfühlungsvermögen gekennzeichneten qualitätsvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe». Der einstöckige Sockelbau werde geschickt genutzt, um Behindertentransporte, Parkplätze und Haupteingang einladend unter einem Dach zu vereinen und einen charmanten räumlichen Übergang in den wohlproportionierten Eingangshof in Szene zu setzen.

Die sieben Wohngruppen für die 84 Betreuten und das Personal brachten die Architekten auf sechs Etagen über dem Erdgeschoss unter. Im Innern wie auch bei den Balkonen werden laut dem Preisgericht differenzierte, offenere und geschütztere Zonen angeboten.

Das Projekt ist kostenbewusst konzipiert. Es liegt im Mittel der in die engere Wahl gezogenen Vorschläge. Die Baukosten sind noch nicht bekannt. Dafür ist es noch zu früh.

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