Wie funktioniert eine Magnet-Schwebebahn? Wie programmiert man ein Videospiel? Und wie könnte man einen Solarballon bauen? Solche Fragen sind sehr schwierig zu beantworten, besonders, wenn sie von Mittelstufenschülerinnen und Schülern gestellt werden. «Manche Kinder sind einfach zu fordernd und zu interessiert an allem möglichen, als dass die Eltern oder Lehrer da noch mithalten könnten», weiss Anita Frank aus Erfahrung. «Auch in meiner Verwandtschaft gab es solche Kinder, und ich weiss, wie überfordert man mit ihnen sein kann.» Dabei müssten die Eltern oder Lehrer gar nicht jede Antwort gleich liefern können. Viel spannender sei es, die Kinder und Jugendlichen selber nach Antworten suchen zu lassen. Und genau das sind die Ziele des Begabungsförderungsangebots der Schule Muri.

Sie leisten freiwillig mehr

Anita Frank ist eigentlich Werklehrperson, doch vor fünf Jahren hat sie die Ausbildung zur Begabungs- und Begabtenförderung abgeschlossen und konnte schon bald das bereits bestehende Programm der Mittelstufe übernehmen. «Damals hatten wir eine Gruppe mit acht Schülern, heute sind es doppelt so viele, und ich muss immer noch viele ablehnen, weil wir einfach nicht mehr Plätze beziehungsweise entsprechende Lehrpersonen zur Verfügung haben.» Denn das Programm sei begehrt, «und das, obwohl die Schüler hier noch mehr leisten müssen, denn die Förderstunden finden während der Zeit des regulären Unterrichts statt. Den verpassten Stoff müssen sie selbstständig nachholen.»

Doch die Schüler seien sehr engagiert. «Wenn man ihnen zeigt, wie sie im Internet an Tutorials und Erklärungen kommen, dann suchen sie so lange, bis sie ihre Antworten haben und eben selbst kleinere Games programmieren oder eine Lochkamera bauen können.» Ausserdem ist Frank wichtig, dass die jungen «Gedankenkünstler», wie sie auch an der Schule Muri genannt werden, lernen, wie man die richtigen Fragen stellt, um forschen zu können.

Heute Abend, von 18 bis 20 Uhr, stellen die Gedankenkünstler aus der 4., 5. und 6. Klasse ihre erarbeiteten Projekte im Schulhaus Badweiher 1 aus. «Entstanden ist ein Potpourri aus praktischen und theoretischen Arbeiten aus Natur- und Geisteswissenschaften», wirbt Frank für ihre Schülerinnen und Schüler.

Gedankenkünstler präsentieren Ausstellung der Projektarbeiten, heute 13. Juni, 18 bis 20 Uhr, Schulhaus Badweiher 1, Muri