Firmenwegzug
Beerli Holzwaren gibt Standort in Fischbach-Göslikon auf

Die Beerli Holzwaren AG schliesst in zwei bis drei Jahren den Produktionsbetrieb Fischbach-Göslikon. Das rund 30'000 Quadratmeter grosse Firmengelände soll umgezont und der Wohnzone zugeschlagen werden.

Lukas Schumacher
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Stephan Beerli, Mitinhaber von Beerli Holzwaren (links), und Walter Stierli, Gemeindeammann von Fischbach- Göslikon, vor dem Firmengelände, das künftig zur Wohnzone werden soll. sl

Stephan Beerli, Mitinhaber von Beerli Holzwaren (links), und Walter Stierli, Gemeindeammann von Fischbach- Göslikon, vor dem Firmengelände, das künftig zur Wohnzone werden soll. sl

Lukas Schumacher

.Bei Beerli Holzwaren, dem Schweizer Marktführer in der Anfertigung von Holzstielen für Werkzeuge aller Art, arbeiten in Fischbach-Göslikon 23 Personen.

Nach der Betriebsschliessung in zwei bis drei Jahren will Firmenmithaber Stephan Beerli die Hälfte der Belegschaft an der zweiten Produktionsstätte weiterbeschäftigen. Diese befindet sich allerdings ziemlich weit entfernt vom Freiamt im thurgauischen Hörhausen.

Stephan Beerli begründet das Aufgeben des Standorts Fischbach-Göslikon mit wirtschaftlichen Überlegungen. Vorab wegen des hohen Schweizer Frankens sei die Marge der Firma um 20 bis 25 % eingebrochen. «Wir exportieren zwei Drittel unserer Produkte», sagte Beerli, «seit drei Jahren leiden wir unter der zu starken Schweizer Währung.»

Laut Stephan Beerli kann die maschinelle Produktion der rund 80 Standardartikel aus Schweizer Holz (Schaufel-, Pickel-, Gabelstiele etc) «nicht noch weiter rationalisiert werden.» Technisch sei das Unternehmen auf einem hohen Level, aber es hapere an der Rentabilität.

«Der Gemeinderat bedauert den Beschluss der Firmenbesitzer sehr, kann diesen Entscheid aber nachvollziehen», sagte Walter Stierli, der Gemeindeammann von Fischbach-Göslikon.

Die Gemeindebehörde wolle verhindern, dass unweit der Bremgarterstrasse eine grossflächige Industriebrache entstehe. Vielmehr soll das 3 Hektaren grosse Grundstück – 25 000 Quadratmeter befinden sich in der Industriezone, die restlichen 5000 Quadratmeter in der Dorfzone – vollständig einer Wohnzone zugeordnet werden.

In einem Jahr sollen die Dorfbewohner über die Umzonung des Beerli-Areals abstimmen. Mit Unterstützung des Kantons strebt der Gemeinderat eine Testplanung auf dem Gelände an, eine Planung mit Ideenwettbewerb für Architekten.

Später soll, abgestützt auf einen Gestaltungsplan und in mehreren Bauetappen über einige Jahre, eine Wohnsiedlung realisiert werden.