Bremgarten

BDWM-Entschädigungen: Grossrat Martin Kellers Vorstoss läuft ins Leere

Generalversammlung der BDWM Transport AG mit Verwaltungsratspräsident Herbert Huber am Rednerpult.

Generalversammlung der BDWM Transport AG mit Verwaltungsratspräsident Herbert Huber am Rednerpult.

Die Entschädigungen für den Verwaltungsrat der BDWM-Bahn bleiben auf dem bisherigen Niveau.

Etwas hat SVP-Grossrat Martin Keller erreicht: die Entschädigung für die Verwaltungsräte der BDWM Transport AG steigt nicht an, sondern bleibt auf dem bisherigen Stand von 127 000 Franken. In den schriftlichen Unterlagen für die Generalversammlung, die gestern in Bremgarten stattgefunden hat, war noch die Rede von einer Erhöhung um 5000 auf 132 000 Franken. Der Kanton als Mehrheitsaktionär (51,41 %) hat bereits im Vorfeld erklärt, dass er diesem Antrag nicht stattgeben wird (az vom Dienstag, 21. Juni). Darauf hat der Verwaltungsrat reagiert und an der GV auf den Erhöhungsantrag verzichtet.

Martin Keller, der in einem seiner Voten die gute Arbeit der BDWM Transport AG ausdrücklich lobte, hatte mit seinem Antrag auf eine Kürzung der Verwaltungsratsentschädigung auf 100 000 Franken allerdings auch keine Chance. Der Grossrat begründete seinen Antrag damit, dass nach dem Ausscheiden von Walter Dubler kein neuer Verwaltungsrat gewählt werde. Bei gleichbleibender Entschädigung resultiere für das verbleibende Quintett somit eine Gehaltserhöhung.

Das sei keineswegs so, konterte Verwaltungsratspräsident Herbert Huber souverän: «Die Entschädigungen für die einzelnen Verwaltungsräte ändern sich gegenüber dem Vorjahr nicht.» Es sei aber durchaus möglich, dass man im Hinblick auf die Realisierung der Limmattalbahn – für deren Betrieb die BDWM soeben den Zuschlag erhalten hat – den Verwaltungsrat bald aufstocken müsse. Oder, sagte Huber weiter, dass der Verwaltungsrat bei einer allfälligen Beschwerde gegen die Vergabe zusätzlichen Aufwand betreiben müsse. In diesen Fällen werde er das Geld brauchen, es sonst aber nicht antasten.

Die gut besuchte Versammlung folgte bei diesem Sachgeschäft wie bei allen übrigen den Anträgen des Verwaltungsrates. Martin Keller stellte zudem Fragen zu Walter Dubler. Dieser stützt sich auf ein Gutachten und will Honorare zurück, die von der BDWM für seine Tätigkeit im Verwaltungsrat an die Gemeinde Wohlen gezahlt worden sind (az vom Montag, 20. Juni). Keller beantragte, wegen der offenen Forderung dem aus dem VR ausscheidenden Dubler die Décharge zu verweigern. Die Rückforderung betreffe die BDWM nicht, hielt Herbert Huber fest. Das sei eine Sache zwischen Dubler und Wohlen. Die Décharge wurde dem Verwaltungsrat in der Folge in globo erteilt und Dubler von Herbert Huber verabschiedet: «Walter Dubler war lange Jahre Mitglied im Gremium und hat sich insbesondere immer stark für seine Region eingesetzt. Die Arbeit des Verwaltungsrates hat er stets mit direkten und schnörkellosen Voten begleitet».

Die BDWM Transport AG ist bestens auf Kurs. Die Passagierzahlen sind bei Bahn und Bus steigend, die Kundenzufriedenheit ist hoch, das Jahresergebnis mit einem Gewinn von 1,2 Mio. Franken gut und der Kostendeckungsgrad um 1,8 auf 47,4 % gestiegen. Neben der neuen Aufgabe «Limmattalbahn» stehen in nächster Zeit auf verschiedene Sanierungen und Ausbauten der bestehenden Infrastruktur an.

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