Ein Blauwal ist rund 140 Tonnen schwer. Allein der Beton für das neue Schulhaus Riedmatt 3 wiegt 4300 Tonnen, das entspräche also dem Gewicht von 30 Blauwalen. Schöner hätte Projektleiter Patrick Heim von der Firma a4D Architekten aus Muri den Bau nicht zusammenfassen können. Neben den 30 Blauwalen braucht es das Gewicht von 45 afrikanischen Elefanten an Stahl im Beton.

Das Volumen entspricht vier Jumbojets und die Länge des neuen Schulhauses ist mit 45 Metern anderthalbmal so lang wie die Höhe des Niederwiler Kirchturms. Und es kostet «9 Millionen Stutz», wie vier Schülerinnen in einem Sketch verdeutlichten.

«Ein neues Schulhaus für neun Millionen! Und wir haben mal wieder nichts davon»: Schülersketch zum Spatenstich.

«Ein neues Schulhaus für neun Millionen! Und wir haben mal wieder nichts davon»: Schülersketch zum Spatenstich.

Das sind keine Worte, die normalerweise ein Bauvorhaben beschreiben. Aber für ein Schulhaus sind sie perfekt. Denn wie auch Gemeinderat Stefan Maurer festhielt: Die Schülerinnen und Schüler sind das Wichtigste dieses ganzen Projektes, ohne sie würde es überhaupt keinen Sinn machen.

Bauleiter gibt gerne Auskunft

Gut 360 Schülerinnen und Schüler sind derzeit in den beiden Schulhäusern Riedmatt 1 und 2 untergebracht. Das neue Schulhaus wird ihnen 15 neue Schulräume bringen (siehe Kasten rechts). Insbesondere wird die Oberstufe die Räume nützen dürfen, aber der Musiksaal sowie die Räume für die Tagesstrukturen werden auch den Kleineren zugutekommen. Oberstufenschulleiter Dani Burg ist begeistert, dass die Schülerinnen und Schüler endlich mehr Platz erhalten werden, denn schon heute könne man sich kaum vorstellen, wie lebendig und vielseitig es in den Schulhäusern zu- und hergehe – manchmal eben zu lebendig, sodass die verschiedenen Bedürfnisse kaum mehr abgedeckt werden können.

Worüber sich die Schüler während der Bauarbeiten freuen dürfen – wenn sie schon die ganzen räumlichen Einschränkungen in Kauf nehmen müssen –, ist ein aufgeschlossener Bauleiter, versprach Patrick Heim. «Wenn ihr Fragen habt, stellt sie euren Lehrerinnen und Lehrern. Die werden sie dann dem Bauleiter stellen. Und wenn sie nicht allzu kompliziert sind, gibt der gerne Auskunft.»

Spaten und Helm für alle Stufen

In ihrem Sketch erklärten vier Schülerinnen die Vorteile des neuen Schulhauses. Dann war es endlich so weit: Mit dem symbolischen Spatenstich konnte der Bau des neuen Niederwiler Schulhauses offiziell begonnen werden. Dazu griff nicht nur Gemeinderat Stefan Maurer zu Helm und Spaten, sondern auch Vertreter aller Schulstufen: Lars packte im Namen seiner Kindergartengspänli mit an, Silvan für die Primarschüler, Tamara für die Oberstüfler, Aline Jucks im Namen der Architekten und Matthias Burkart für die Lehrpersonen. Lars und Silvan hätten sich wohl bis nach Australien durchgraben mögen. Wenn die Bauarbeiter ebenso viel Elan an den Tag legen wie die beiden, dann wird der Bau weit vor dem vorgesehenen Bezugstermin Ende 2018 fertig.