Wohlen

Baustart am Postplatz: Bald hat das Dach der ehemaligen Bäckerei keinen Durchblick mehr

Durchsichtiges Dach: Beim ehemaligen Geschäftshaus der Bäckerei Kuhn in Wohlen sind alle Dachziegel entfernt.

Durchsichtiges Dach: Beim ehemaligen Geschäftshaus der Bäckerei Kuhn in Wohlen sind alle Dachziegel entfernt.

Am Wohler Postplatz ist der Baustart bei der neuen Überbauung «Monolith» erfolgt. Die ehemalige Bäckerei Kuhn wird abgerissen.

Genau 150 Jahre trotzte das Geschäftshaus der ehemaligen Bäckerei Kuhn am Wohler Postplatz Wind und Wetter. Seit knapp zweieinhalb Jahren ist aber auch klar, dass das Schicksal des 1870 erbauten Gebäudes besiegelt ist. Auf dem Areal entsteht ein neues, sechsstöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit 19 Wohnungen und Gewerberäumen im Erdgeschoss. Das Projekt läuft unter dem Namen «Monolith» unter der Bauherrschaft der Zeughaus Immobilien AG in Lenzburg und wurde verfasst durch das Büro Urs Müller Architekten in Wohlen. Die Baubewilligung für die neue Liegenschaft wurde schon 2018 erteilt.

Passiert ist auf dem Areal seither praktisch nichts. Erst in den letzten Tagen sticht eine markante Veränderung allen ins Auge, die am Gebäude an der Ausfallachse Richtung Muri/Sarmenstorf vorbeikommen. Plötzlich sieht man durch den Dachstock hindurch. Sämtliche Dachziegel sind entfernt. Ein kurioser Anblick.

Rund zwei Jahre Bauzeit sind vorgesehen

Wie Architekt Urs Müller bestätigt, ist der Baustart tatsächlich erfolgt. Die verschwundenen Ziegel haben also nichts mit Sicherheitsmassnahmen wegen der Stürme in jüngster Zeit zu tun. Der Abriss erfolgt Schritt für Schritt. «Heute geht man nicht mehr wie früher einfach mit dem Bagger dahinter. Es wird alles getrennt, Ziegel, Holz, Metall und weitere Materialien, und dann entsorgt», sagt Müller. Der Rückbau und Abbruch beanspruche insgesamt rund vierzig Tage. Anschliessend rechnet Müller mit einer Bauzeit von zwanzig Monaten, sodass der «Monolith» 2022 bezugsbereit ist. Einige der Eigentumswohnungen sind bereits verkauft. Äusserlich gibt es eine Backsteinfassade. Aus zweierlei Gründen, wie Müller erklärt. «Einerseits ist die Fassade so möglichst unterhaltsarm, andererseits ist es ein Wortspiel. Das ‹Back› erinnert an die ehemalige Bäckerei, die dort jahrzehntelang beheimatet war», sagt der Architekt. Der Projektname «Monolith» rühre zudem vom Grundriss der Parzelle her.

Baugesuch bei der alten Post noch hängig

Nur einen leichten Backsteinwurf entfernt herrscht Status quo. Leicht schräg gegenüber des «Monolith» ist bei der alten Post eine weitere Überbauung durch die gleichen Protagonisten geplant (die AZ berichtete). Im 19 Meter hohen Neubau werden dereinst 26 Wohnungen untergebracht. Noch liegt eine entsprechende Baubewilligung aber nicht vor, das Baugesuch ist noch hängig. «Ein Gutachten läuft», sagt Müller. Wann das Projekt tatsächlich die Baureife erhält und alle rechtlichen Instanzen durchlaufen hat, kann der Architekt nicht abschätzen. Die Bauherrschaft möchte sowieso zuerst den «Monolith» realisieren, bevor auf der anderen Strassenseite die Bagger auffahren werden. Sobald es losgeht, ist bei der alten Post mit einer Baudauer von 15 Monaten zu rechnen.

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