Merenschwand
Baumfällen: Hier zeigen die Lehrlinge, wies gemacht wird

Forstwarte aus dem ganzen Aargau besuchten ihre Lehrlinge im überbetrieblichen Kurs. Die Jugendlichen demonstrierten, wie man sicher an einem Baum hochsteigt, und fällten vor den Augen der Exprten einen Baum.

Loredana Di Fronzo und Tommy Richner
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Nachdem die Lehrlinge der dritten Gruppe einen schiefen Baum erfolgreich fällten, stehen sie Rede und Antwort.

Nachdem die Lehrlinge der dritten Gruppe einen schiefen Baum erfolgreich fällten, stehen sie Rede und Antwort.

Loredana Di Fronzo

Im Auwer Gasthof Hirschen offenbarte sich am Dienstagnachmittag ein spezielles Bild. Rund 30 Lehrmeister, gestandene Damen und Herren mit festem Schuhwerk und Leuchtbekleidung, nahmen in Gaststätte Platz. Die 30 Forstwarte stammten aus dem ganzen Aargau und waren für den Besuchstag des überbetrieblichen Kurses B ihrer Lehrlinge angereist.

Ihre Schützlinge, die «jungen Wilden», konnten an diesem Tag den Lehrmeistern zeigen, was sie Neues dazugelernt haben und es auch gleich vorführen.

«In den zwei Wochen erlernen die Lehrlinge die erschwerte Holzerei.» Mit diesen Worten begrüsste Willi König, Forstwart des Forstbetriebs Muhen-Hirschthal-Holziken und Kursleiter, die Anwesenden. Es gehe hauptsächlich darum, den Nachwuchs-Forstwarten zu zeigen, wie man einseitige oder schiefe Bäume fällt.

Lehrlinge beeindruckten
Im Konvoi von fast zwei Dutzend Autos ging es von Auw über Mühlau in ein Waldgebiet auf Merenschwander Boden. Dort warteten die 15 Lehrlinge, die in drei Gruppen unterteilt waren, auf ihre Chefs.

Die ersten fünf Jugendlichen demonstrierten, wie ein sicheres Aufsteigen einer Leiter an einem Baum korrekt und Suva-konform ausgeführt wird. Dabei sei es wichtig, darauf zu achten, sich innen an den Sprossen festzuhalten und nicht aussen, um bei einem allfälligen Abrutschen mit den Füssen einen Sturz zu vermeiden.

In einem benachbarten Waldstück zeigten die nächsten fünf Jungen, wie ein Stahlseil mithilfe einer Schubstange korrekt an einem glatten oder mit Ästen versehenen Stamm montiert wird.

Mit anfänglichen Schwierigkeiten, wie dies beim Vorführeffekt halt vorkommen kann, gelang dies im zweiten Anlauf, dafür aber einwandfrei. «Der Gesichtsschutz muss dabei stets getragen werden, sonst könnte die Aktion eine teure Zahnarztrechnung zur Folge haben», sagte König schmunzelnd.

Danach zeigte die dritte und letzte Gruppe, was sie im Kurs gelernt hatte. Fachmännisch erklärten die Lehrlinge, wie man sich beim Fällen eines Baumes mithilfe einer Standpresse zu verhalten hat und was es dabei zu beachten gilt.

Nach der theoretischen Einführung zeigte einer der Jugendlichen dies an Ort und Stelle. Gekonnt führte er die benötigten Schnitte aus – und der Baum fiel mit einem lauten Knall zu Boden. Die Zuschauer applaudierten, was den Lehrling sichtlich freute.

Erfreuliches Fazit
Der zweiwöchige Kurs startete am ersten Montag des neuen Jahres und dauert noch bis Freitag. «Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Engagement der jungen Leute. Es fehlt auch nicht an vielen guten Objekte, an schiefen und einseitigen Bäumen.

So kann jeder einzelne Lehrling den erlernten Stoff gleich praktisch anwenden und erste Erfahrungen sammeln», hielt König zufrieden fest.
Der überbetriebliche Kurs B ist nach Kurs A der zweite, den die Forstwartlehrlinge im Laufe der Lehre absolvieren müssen.

Während des Kurses müssen sie drei weitere Tests bewältigen. Auch diese fliessen in die Theorienote der Lehre ein.