Mit der Bewilligung eines Projektierungskredits von 2 Mio. Franken hat der Wohler Einwohnerrat am 23. Februar 2015 grünes Licht für die Planung von Badi-Sanierung und Eisbahn-Neubau gegeben.

Die definitiven Vorlagen werden demnächst erwartet, im Frühling soll über die beiden Projekte abgestimmt werden.

Jetzt bringt Werner Lüthi (77), Bauingenieur sowie ehemaliger Gemeinderat und Mitglied der Verwaltung Eisbahn einen Bedarfsplan auf den Tisch, den er 2010 erarbeitet und vorgestellt hat, der aber nie konkret weiter verfolgt worden ist.

Lüthi ist davon überzeugt, dass die geplante überdachte Eishalle die falsche Investition wäre.

Er plädiert für die Realisierung einer richtigen Eishalle. Der von ihm ausgearbeitete Bedarfsplan zeige auf, dass diese Variante machbar sei, und weit zukunftsgerichteter, als die blosse Überdachung.

Warum kommt Lüthi erst jetzt, zu einem Zeitpunkt, wo die Karten praktisch fertig gemischt sind? «Ich will das laufende Verfahren keinesfalls verzögern. Aber ich bin der Meinung, dass bei Investitionen dieser Grössenordnung – nach bisherigen Kostenschätzungen ist die Rede von rund 20 Mio. Franken – alle Varianten geprüft werden müssen.»

Badi und Eisbahn separieren

Was den ehemaligen Gemeinderat an der bisherigen Planung stört, ist die Verknüpfung der beiden Projekte.

Der Gemeinderat und die Projektplaner sehen darin die Möglichkeit, wesentliche Synergien nützen und im Betrieb wesentlich Kosten sparen zu können. Lüthi hingegen findet, man müsse beide Projekte separat anschauen.

«Mit meiner Vision einer richtigen Eishalle möchte ich keinesfalls die Badi-Sanierung blockieren. Es ist höchste Zeit, dass diese endlich an die Hand genommen werden kann.»

Doch er möchte, dass das Projekt Eisbahn noch einmal grundsätzlich angeschaut werde. «Meiner Meinung nach ist es dafür noch keineswegs zu spät. Anhand meiner Bedarfsanalyse liessen sich relativ kurzfristig verbindliche Generalunternehmer-Offerten einholen. So liessen sich dann die Varianten vergleichen.

«Man muss doch nicht immer das Rad neu erfinden und auch nicht glauben, nur die Experten aus Zürich oder aus anderen grossen Städten in der Schweiz wüssten, wie man eine Eishalle baut. Wir sollten vermehrt auf uns selber vertrauen. Was andere können, können wir auch.»

Grundlagen zusammengetragen

Der knapp 20 Seiten starke Bedarfsplan, den Werner Lüthi der az präsentiert hat, sei denn auch nicht seine eigentliche Erfindung: «Ich habe mir lediglich die Mühe genommen, die nötigen Grundlagen und Fakten zusammenzutragen, die für eine seriöse Planung eines solchen Projekts nötig sind. Dazu habe ich auch vergleichbare Projekte angeschaut und die entsprechenden Planungsunterlagen dazu studiert.  Sein Werk hat der erfahrene Planer, der bis vor wenigen Jahren sein eigenes Büro Lüthi + Häfliger geleitet hat, den Eisbahnverantwortlichen 2010 zwar präsentiert. Das Echo darauf sei aber eher verhalten gewesen. «Man hat meiner Meinung nach zu lange Rücksicht genommen und abgewartet», sagt Lüthi dazu.

Ein Grund, mit seinem Projekt einen zweiten Anlauf zu nehmen, sei für ihn auch die Hagewo (Handwerker- und Gewerbeausstellung) im Herbst 2015 gewesen: «Unsere Handwerker und Gewerbler und unsere Architekten haben dort einmal mehr gezeigt, wozu sie fähig sind. Es müsste jetzt auch einmal bei einem grossen Projekt, wie die Eishalle eines ist, ein Ruck durch Wohlen gehen im Sinne von: ‹Warum immer fremde Experten und Berater fragen? Wir ziehen jetzt an einem Strick und zeigen, dass wir das ebenso gut selber können›», sagt Werner Lüthi.
Sein Bedarfsplan ist kein eigentliches Projekt für eine Eishalle und es ist auch kein Kostenvoranschlag. Lüthi hat jedoch sämtliche Grundlagen erarbeit, die nötig sind. Dazu gehören eine Situationsanalyse über den Ist-Zustand der Eisbahn ebenso wie eine Bedarfsermittlung, die verkehrstechnischen Aspekte und die nötigen baulichen Voraussetzungen.

Ein wichtiges Argument für eine Eishalle sind für Werner Lüthi die grösseren Möglichkeiten: «Damit würde eine deutlich breitere Nutzung ermöglicht, als bei einer Eisbahn mit einem Dach. Und der Bauingenieur ist auch davon überzeugt, dass ein solches Projekt finanziell machbar wäre: «Ich bin überzeugt, eine Halle wäre für die 11 Mio. Franken, von denen jetzt die Rede ist, auch zu haben.»