Niederwil
Bauern wollen Ackerland und keine Wasserbüffel

20 Bauern wehren sich mit einer Sammeleinsprache gegen das geplante Projekt von Pro Natura Aargau im Märimoos. Damit wollen sie verhindern, dass aus den sechs Hektaren Ackerland ein Flachmoor mit fünf Tümpeln entsteht.

Erna Lang-Jonsdottir
Drucken
Teilen
Wasserbüffel an der Reuss

Wasserbüffel an der Reuss

AZ

Das Märimoos ist Idylle pur - wäre da nur nicht der Streit um seine Nutzung. Wie Gemeindeschreiber Christian Huber bestätigt, haben 20 Landwirte gegen das Projekt von Pro Natura Aargau eine Sammeleinsprache eingereicht.

Mehr Raum für die Natur

Das Märimoos ist ein trocken gelegtes Moor. Seit rund 80 Jahren wird dort intensive Landwirtschaft betrieben. Damit der natürliche Zustand des Moors wiederhergestellt werden kann, hat die Besitzerin der Parzelle, Isabella Braunwalder, das Märimoos für 12 Jahre an Pro Natura verpachtet. «Es ist mir wichtig der Natur mehr Raum zu geben und mit dem Projekt zur Vernetzung der bestehenden Naturschutzgebiete beizutragen», erklärt Braunwalder.

Drainagen müssen weg

Das Projekt der Renaturierung des Märimoos sei gemeinsam mit der Pro Natura entstanden, verrät Isabella Braunwalder. Doch mit der so genannten Wiederverwässerung muss die Entwässerungsanlage still gelegt werden. Das macht den Niederwiler Landwirten keine Freude. Dies, obschon keiner von ihnen das Land jemals gepachtet hat.

Bauern wollen Ackerland

Unter der Federführung von Hanspeter Stutz haben 20 Landwirte eine Sammeleinsprache gegen das Baugesuch der Creanatira GmbH eingereicht. «Das Märimoos ist gutes Ackerland. Wir wollen nicht, dass die sechs Hektaren Land in einen Tümpel verwandelt werden», betont Hanspeter Stutz. Die Stilllegung der Drainagen könne nie wieder rückgängig gemacht werden.

Entwässerungsgraben sind vorgesehen

«Gegen ein Projekt in einem vernünftigen Rahmen, hätte keiner etwas gesagt», ergänzt Stutz. Er sei Anstösser - bei starkem Regen könne angesammeltes Wasser auf seine Felder fliessen. Ulysses Witzig, Geschäftsführer der Creanatira GmbH, kontert: «Das Märimoos wird nach der Renaturierung weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Wir werden darum bemüht sein, dass niemand von der Wiedervernässung in Mitleidenschaft gezogen wird.» Vorgesehen seien zum Beispiel Entwässerungsgräben.

Extensive Landwirtschaft ist der Plan

«Die extensive Landwirtschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung», betont Witzig. Das Gebiet werde von Wasserbüffeln ganz natürlich instand gehalten. «Zudem werden Bio-Produkte wie Büffelmilch, Fleisch oder Mozzarella di Bufala in den Handel kommen», blickt Witzig in die Zukunft.

Die Einsprache gegen das Baugesuch der Firma «Creanatira GmbH» – eine Tochergesellschaft der Pro Natura Aargau – liegt dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zur Prüfung vor. «Falls der Entscheid gegen uns ausfällt, ziehen wir die Beschwerde weiter», betont Stutz.

Aktuelle Nachrichten