Oberes Freiamt
Bauern werten Landschaft auf – und werden nun dafür honoriert

Die Landschaftskommission des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt hat ihren Massnahmenkatalog präsentiert. Neu gibt es für die Pflege und Aufwertung der Landschaftsqualität eine neue Direktzahlung an die Bauern.

Eddy Schambron
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Mohn und andere farbenprächtige Beikräuter gehörten früher zum alltäglichen Bild in Ackerbaulandschaften, heute sind sie seltener geworden. es

Mohn und andere farbenprächtige Beikräuter gehörten früher zum alltäglichen Bild in Ackerbaulandschaften, heute sind sie seltener geworden. es

Eddy Schambron

Leistungen von Landwirten, welche die Qualität der Kulturlandschaft erhalten und fördern, werden honoriert. Mit den Landschaftsqualitätsbeiträgen wurde ein neues Instrument in der Direktzahlungsverordnung der Agragrpolitik 2014 bis 2017 geschaffen. Die Landschaftskommission des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt stellte in Abtwil das Projekt Landschaftsqualität Oberes Freiamt vor und tut dies nochmals am Dienstag, 30. Juni, im Mehrzweckgebäude Auw.

Im Kanton Aargau werden die Landschaftsqualitätprojekte auf regionaler Stufe erarbeitet. Der Regionaplanungsverband Oberes Freiamt hat im März beschlossen, ein entsprechendes Projekt für die Landwirte zu erarbeiten. Nun liegt es vor. «Wir produzieren Nahrungsmittel. Gleichzeitig gestalten wir unseren Arbeits-, Lebens- und Erholungsraum vielfältig und erlebnisreich», fasst Stefan Balmer Präsident der Landschaftskommission zusammen.

Vielfältige Möglichkeiten

Die Qualität einer Landschaft ist von vielen, teilweise auf den ersten Blick unscheinbaren Einzelheiten geprägt. Da erfreut ein schöner Waldrand das Auge, dort ein prächtiger Einzelbaum, weiter entfernt eine Hecke oder gerade um die Ecke ein Bildstöcklein, schön umrahmt mit Blumensträuchern. Genau für die Pflege und Erhaltung solcher die Landschaft prägenden Schönheiten sind die Beiträge gedacht.

So sind beispielsweise blühfreudige Magerwiesen eine Bereicherung für das Landschaftsbild, leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und ergeben als Produkt für die Landwirtschaft strukturreiches Futter. Weidende Tiere beleben die Landschaftswahrnehmung ebenso und ermöglichen vielfältige Kontaktmöglichkeiten für Erholungssuchende – auch ohne direkten Tierkontakt. Weiden mit Einzelbäumen bieten den Tieren Schatten und beleben das Landschaftsbild. Mit Hecken können natürliche Raumbegrenzungen erzielt werden. Wichtige Erlebniselemente und Lebensräume sind auch feuchte Stellen um Tränken, Tümpel, offene Gräben und Senken zur Sammlung von Hangwasser.

Aber auch die intensiv produzierende Landwirtschaft kann zu einer qualititativ hochstehenden Landschaft beitragen. Mohn, Kornblumen, Kornrade und weitere farbenprächtige Beikräuter gehörten noch vor einigen Jahrzehnten zum alltäglichen Bild in Ackerbaulandschaften. Sie machen Ackerkulturen für das menschliche Auge deutlich attraktiver, ohne den Ertrag zu beeinträchtigen. Traditionell gibt es im oberen Freiamt auch eine grosse Vielfalt von Ackerkulturen, welche das Landschaftsbild prägen.

Vielfältige Fruchtfolgen geben der Landschaft eine abwechslungsreiche Textur. Ackerschonstreifen sind wertvolle Landschaftselemente. Säume als streifenförmige Elemente eignen sich gut, um Lebensräume zu vernetzen. Sie tragen im Wechselspiel mit Niederhecken, Brachen und Ackerschonstreifen wirksam zur ökologischen und landschaftlichen Aufwertung im Ackerbau bei. Je mehr Kulturen ein Betrieb anbaut, desto grösser ist aber auch sein Aufwand und die landschaftliche Wirkung. Diese werden mit Beiträgen entgolten.

Weitere Beispiele gäbe es noch einige. Auf der Homepage Landwirtschaft Aargau (www.ag.ch/Landwirtschaft) kann neben Merkblättern und Informationen auch der Entwurf des Massnahmenkatalogs der Landschaftskommission der Repla Oberes Freiamt eingesehen werden.