Wo heute noch Nahrungsmittel wachsen, darüber sollen in wenigen Jahren weisse Bälle rollen. In Niederwil könnte der erste Freiämter Golfplatz entstehen. Derzeit steht die geplante 9-Loch-Anlage und Driving-Range des Golfplatzes Gnadenthal vor der nächsten Hürde – der Aufnahme in den kantonalen Richtplan. Bis zum 2. August kann dazu noch eine Eingabe gemacht werden. Positiv geäussert hat sich bereits die kantonale FDP, nun wird aber auch Kritik am Projekt laut. Der Aargauer Bauernverband spricht sich gegen die Aufnahme des Golfplatzes in den kantonalen Richtplan aus. Es sei nicht tolerierbar, wenn 34 Hektaren allerbeste Flächen der Produktion entzogen werden, schreibt der Verband, dessen Vorstand sich in dieser Frage einig ist. «Auch die Niederwiler Landwirte wehren sich klar gegen den geplanten Golfplatz und den damit verbundenen Verlust von bestem Kulturland.»

Die betroffenen Flächen würden zu den besten des Kantons zählen, steht weiter in der Medienmitteilung. «In Sachen Bodengefüge, Tiefgründigkeit, Wasserspeichervermögen und Topografie suchen sie seinesgleichen. Die topfebenen Felder, die alle stirnseitigen Strassen und auch mit einer topmodernen Bewässerung mit Wasser aus der Reuss versehen sind, eignen sich bestens für die landwirtschaftliche Produktion.»

Vergnügen oder Produktion

Doch: Gemäss dem Plan der Befürworter sollen von den 34 Hektaren lediglich 5 Prozent der Fruchtfolgeflächen endgültig verloren gehen. Gegen diese Argumentation hat der Bauernverband Aargau aber Einwände: «Das mag wohl auf dem Papier stimmen, aber auf den restlichen 32,3 Hektaren könnten trotzdem keine Nahrungsmittel mehr produziert werden.» Die Felder sollen gemäss dem Verband der Sicherstellung der Ernährungssicherheit dienen «und nicht dem Freizeitvergnügen einiger weniger». Fakt ist aber auch, dass ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission sich positiv zum Projekt geäussert hat. Das Vorhaben berücksichtigt ökologische Aspekte. So wird die Anlage nach der Drei-Drittel-Regel errichtet. Je ein Drittel ist ökologische Ausgleichs-, Übergangs- oder Golffläche. Das heisst, rund 11 Hektaren werden ökologisch genutzt.