Vier Einsprachen gegen das Hochwasserschutzprojekt sind beim Eggenwiler Gemeinderat eingegangen. Drei davon richten sich gegen die Offenlegung und Renaturierung des Ibisguetbachs (siehe Box), eine weitere betrifft den vorgesehenen Einbau eines Grobrechens für Schwemmholz am Junebach.

Walter Joho, Franz Duss und Heinz Hartmann machen den Gemeinderat in einem Flugblatt für die Überschwemmungen von 1999 und 2007 verantwortlich. Aus ihrer Sicht liegt die Ursache darin, dass die unterirdische Bachführung in der Kustergasse seit Jahrzehnten defekt sei und die alte Badenerstrasse über keine Strassenentwässerung verfüge.

Gemeinderat kontert Kritik

Gemeinderat Roger Hausherr sagt: «Es stimmt, dass die Leitung in der Kustergasse Schäden aufweist, dies war aber nicht der Grund für die Überschwemmungen.» Hausherr erläutert, dass der Querschnitt dieser Leitung zu klein sei. «Eine Vergrösserung wäre aber sehr teuer, und weil der Bach dort eingedolt ist, würden sich auch Bund und Kanton nicht an den Kosten beteiligen», erklärt Hausherr. Deshalb habe man sich für eine andere Variante entschieden. «Mit dem aktuellen Hochwasserschutzprojekt wird die Leitung in der Kustergasse vollständig entlastet», sagt der Gemeinderat.

Einsprachen liegen beim Kanton

Derzeit befasst sich die Rechtsabteilung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt mit den Einsprachen, danach entscheidet der Regierungsrat. Der Entscheid kann beim Verwaltungsgericht angefochten werden, was den Baubeginn verzögern würde. Um keine weitere Zeit zu verlieren, behält sich der Gemeinderat vor, den Baubeginn für die beiden unbestrittenen und selbstständig realisierbaren Teilprojekte zu beantragen. Dabei geht es um die Kalibervergrösserung der Dolung des Kreuzweidbachs im Weiler Hofor sowie die baulichen Massnahmen am Junebach beim Übergang der Unterdorfstrasse.

Mehrkosten von 35000 Franken

2010 hiess das Eggenwiler Stimmvolk einen Kredit von brutto 2,15 Mio. Franken für das Hochwasserschutzprojekt gut. Nach Abzug der Beiträge von Bund und Kanton verblieb für Eggenwil eine Nettobelastung von 610000 Franken. Der aktuellste Kostenvoranschlag vom August 2012 rechnet für vier Teilprojekte mit Gesamtkosten von 2,66 Mio. Franken.

Dies kritisieren die Gegner des Projekts in ihrem Flugblatt. «Schon jetzt eine Baukostenüberschreitung», heisst es dort. Allerdings sind die Mehrkosten für Eggenwil relativ bescheiden. Der Gemeinderat geht von 35000 Franken aus und rechnet damit, «dass kein Zusatzkredit benötigt wird».

Gemeinde spart 300000 Franken

Die Mehrkosten von 510000 Franken gegenüber dem 2010 genehmigten Kredit entfallen zum grössten Teil auf bauliche Massnahmen am Junebach im Unterdorf. Bei der Projektierung hat sich herausgestellt, dass die zwei Brücken und deren Fundamente in derart schlechtem Zustand sind, dass sie durch einen Rechteckkanal ersetzt werden müssen. Ursprünglich war lediglich eine Sohlenabsenkung des Junebachs vorgesehen.

«Allerdings müssten die alten Übergänge sowieso demnächst durch die Gemeinde ersetzt werden», hält der Gemeinderat fest. Geschieht dies im Rahmen des Gesamtprojekts «Hochwasserschutzmassnahmen Eggenwil», subventionieren Bund und Kanton auch die Brücken. Dadurch spart die Gemeinde, alleine bezogen auf dieses Teilprojekt, rund 300000 Franken.