Mutschellen
Barrieren geplant: Die BDWM will stabileren Fahrplan, riskiert aber Staus

In Berikon, Rudolfstetten und Bremgarten will die BDWM Transport AG dieses Jahr Bahnschranken installieren. Auf dem Mutschellen drohen dadurch lange Staus.

Robert Benz
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Werden die geplanten Halbschranken gebaut, müssen Autofahrer an der Mutschellenkreuzung zukünftig eine halbe Minute länger warten. Die maximale Sperrzeit steigt von 53 auf 83 Sekunden.(ROB)

Werden die geplanten Halbschranken gebaut, müssen Autofahrer an der Mutschellenkreuzung zukünftig eine halbe Minute länger warten. Die maximale Sperrzeit steigt von 53 auf 83 Sekunden.(ROB)

Den Rechtsstreit gelöst, das Problem nicht, das die Situation im «Barrierenstreit» letzten Herbst: Das Bundesverwaltungsgericht hatte entschieden, dass die Bahnübergänge auf dem Mutschellen, in Rudolfstetten und bei Bremgarten Bibenlos mit Barrieren ausgerüstet werden müssen, damit die Sicherheitsvorschriften erfüllt sind.

Nicht zwingend, präzisierte Kantonsingenieur Rolf Meier, und brachte die Möglichkeit ins Spiel, dass die Bahn an den betreffenden Übergängen auch einfach langsamer fahren könne. Verkehrt die Bahn als «Strassenbahn» und kann auf Sicht anhalten, dürfen Bahnübergänge ungesichert bleiben, so wie beim Bremgarter Obertor.

Ein solcher Strassenbahnbetrieb bedeutete für die BDWM Tempo 15 und somit eine Gefährdung der Fahrplanstabilität. Infrastrukturleiter Walter Oettli meinte letzten Herbst gegenüber der Aargauer Zeitung, dass die Bahn den sehr engen Fahrplan nicht mehr einhalten könnte, wenn die Züge bei den drei Bahnübergängen langsamer fahren müssten.

Nun hat die BDWM reagiert und das Plangenehmigungsverfahren für den Bau von Halbschranken auf dem Mutschellen, in Rudolfstetten und in Bremgarten bis im Herbst dieses Jahres eingeleitet. Seit Montag sind die Projekte auf den drei Gemeindekanzleien einsehbar.

Anlass zu Diskussionen gibt vor allem die viel befahrene Mutschellenkreuzung. Berechnungen des kantonalen Tiefbauamts zufolge könnten beim Einbau der drei geplanten Halbschranken in den Hauptverkehrszeiten Staus von bis zu 700 Metern die Folge sein, laut Kantonsingenieur Meier «eine konkrete Befürchtung».

Die Prognose würde bedeuten, dass die Beriker Bahnhofstrasse jeweils bis zur Bezirksschule verstopft wäre. Auf der anderen Seite der Mutschellenkreuzung kämen die Autos bis zum Eulenkreisel zum Stehen, auch die Buslinien wären vom Stau betroffen.

BDWM gibt die Richtung vor

Der definitive Entscheid über den Bau der Bahnschranken ist noch nicht gefallen. Einerseits können bereits beim laufenden Plangenehmigungsverfahren Einsprachen gemacht werden, andererseits haben in dieser Phase auch die Gemeinden und nicht zuletzt das kantonale Tiefbauamt ein Wörtchen mitzureden.

Meier: «Zurzeit analysieren unsere Spezialisten die Situation. Zudem holen wir Rückmeldungen von den Gemeinden ein mit dem Ziel, Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten.» Mit dem Einleiten des Plangenehmigungsverfahrens gibt die BDWM die Stossrichtung vor. Sie will an den besagten Übergängen weiter als Bahn und nicht als Strassenbahn funktionieren.