Im letzten Jahr machte eine Jugendbande Wohlen unsicher. Sie ist für 30 versuchte oder vollendete Einbruchsdiebstähle verantwortlich.

Den Anführer, einen 24-jährigen arbeitsscheuen und vorbestraften Serben, verurteilte das Bezirksgericht Bremgarten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren und einer Busse von 500 Franken. Der Vater einer dreijährigen Tochter wird sehr wahrscheinlich auch ausgewiesen. Das erklärte Gerichtspräsident Lukas Trost.

Dem Serben legte das Gericht drei Vorstrafen zur Last, die schwerste wegen Raub. Dafür sass der Täter ein Jahr im Gefängnis.

Daraus habe er keine Lehren gezogen, warf Trost dem Mann vor. Vielmehr war er laut Staatsanwaltschaft alleine oder mit Bandenmitgliedern an zehn Einbrüchen beteiligt, wobei es in einzelnen Fällen beim Versuch blieb.

«Die Hälfte der Delikte, die mir vorgehalten werden, habe ich nicht begangen», beteuerte der Serbe, sekundiert vom amtlichen Verteidiger, der die Beweislage in einigen Fällen als «äusserst dünn» bezeichnete und auf 20 Monate unbedingt sowie 200 Franken Busse plädierte. Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre unbedingt.

Wohler Geschäfte betroffen

Betroffen von der Diebestour waren fast ausschliesslich Wohler Geschäfte. Die Bande räumte aber auch an der Strasse, wo der Serbe wohnte, ein leerstehendes Wohnhaus aus. Dabei stand der Serbe Schmiere.

Das Gericht gelangte zu einigen Freisprüchen. Aber der Gerichtspräsident ersparte dem Serben den Vorwurf nicht, dass er in der Bande den «Capo» gespielt und vor den Kollegen mit seiner kriminellen Vergangenheit aufgetrumpft habe.

Das jüngste Bandenmitglied war erst 16 Jahre alt. «Sie haben sogar Ihren Bruder mithineingezogen», erklärte Trost. Gegenüber einem Schulmädchen wurde er bei einem Streit in der Migros tätlich. «Das ist peinlich und schändlich», sagte Trost. «Ich habe keine Hoffnung mehr für sie.»

Unbestritten war für das Gericht, dass der Serbe bandenmässig und gewerbsmässig vorging, was die Verteidigung anzweifelte. «Die Bande war gut organisiert», stellte die Staatsanwältin fest. Aus der Sicht des Verteidigers hätten sich jungen Leute aber immer wieder zufällig getroffen und den nächsten «Bruch» besprochen. «Es gab keinen Konsens innerhalb der Bande. Die Version von der Grossbande ist ein Kunstgriff der Staatsanwaltschaft.»

Eine Bar in Serbien?

Der Serbe sah voraus, dass ihm die Ausweisung drohen könnte. Trotzdem blieb er unbekümmert. Er werde in Serbien eine Bar oder ein Restaurant eröffnen, sagte er. «Etwas Schönes. Dafür muss ich 50'000 Franken zusammensparen.» In den Schlamassel sei er in Wohlen wegen Geldsorgen, schlechten Kollegen und seiner Kifferei geraten – und weil er mit seiner Freundin, der Mutter seiner kleinen Tochter, Streit gehabt habe.

Vor dem Gericht entwarf der Serbe sogleich die übernächsten Pläne, die er von Serbien aus verwirklichen möchte: «Clubs in Deutschland und Österreich.» Vorerst wird nichts daraus: Der Mann muss, nach anderthalb Jahren U-Haft und Gefängnisaufenthalt, den Rest der Strafe absitzen. Ein Jahr noch – falls das Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten so rechtskräftig wird.