Muri

Bald wird der Schalter geschlossen – SBB schult Interessierte im Bedienen der Automaten

Grosses Interesse: Viktor Hungerbühler erklärt den Billettautomaten.

Grosses Interesse: Viktor Hungerbühler erklärt den Billettautomaten.

SBB mit der Schliessung des Schalters in Muri reagiert die SBB auf «auf die konstant abnehmende Nachfrage nach bedientem Verkauf.» Interessierte erhielten am Montag eine Einführung für den Billetkauf in Selbstbedienung.

Der Automat sei ja erstaunlich einfach zu bedienen, stellt ein älterer Herr überrascht fest. «Fertige Gugus» meint hingegen eine Frau, dass sie ab nächstem Jahr gezwungen sein wird, ihr Bahnbillett an eben diesem Automaten zu beziehen. Die SBB wandeln den Bahnhof Muri in eine Station mit Selbstbedienung um. Am Montag fand die erste Schulung zur Bedienung der Billettautomaten sowie die Digitalberatung SBB Mobile auf dem Smartphone im Bahnhof Muri statt und stiess auf grosses Interesse.

Vor den zwei Billettautomaten stehen eine ganze Traube Menschen, fast ausnahmslos eine älteren Generation angehörend. «Ich will wissen, wie das geht», meint einer von ihnen, «wenn ich mal nicht mehr Auto fahren kann, bin ich auf den Zug angewiesen». Die meisten, die zur Schulung der SBB kommen, sind Leute, die es bisher eher nicht gewohnt sind, mit dem öffentlichen Verkehr zu fahren, weiss Viktor Hungerbühler, der die Schulung leitet. «Viele haben auch noch kein Halbtax-Abo». Er zeigt sich überrascht, dass das Interesse nicht nur der Automatenbedienung gilt. «Ich stelle ein grosses Bedürfnis nach allgemeiner Information über Zonen und Tarife fest. Da müssen wir noch mehr machen».

Automaten sind keine Hexerei

Bei der Schulung gehe es vor allem darum, den Leuten, die Scheu vor dem Automaten zu nehmen und ihnen aufzuzeigen, dass ihre Bedienung keine Hexerei ist. Schritt für Schritt erklärt Hungerbühler, zusammen mit einer Kollegin, die Automaten und weist darauf hin, dass alle gängigen Zahlungsarten akzeptiert werden. «Der Automat gibt auch auf 100-er-Noten heraus», weiss er. «Und was ist mit Reka-Checks?», fragt jemand. «Auch Reka-Checks akzeptiert der Automat, man kann mit den gleichen Zahlungsmitteln bezahlen wie am Schalter.» Am Automaten nebenan versucht eine Frau, ein Billett mit einer Geschenkkarte zu begleichen. Das allerdings duldet die Maschine nicht: «Karte entnehmen», erscheint auf dem Display.

Am Schalter im Bahnhof bedient Thomas Bühlmann, das «Gesicht» des Bahnhofs Muri, diejenigen Kunden, die eine Frage haben oder ein Billett lieber persönlich kaufen. Diese Möglichkeit ist bald vorbei, der Schalter wird geschlossen, Bühlmann geht in Pension. Damit reagieren die SBB «auf die konstant abnehmende Nachfrage nach bedientem Verkauf.» Im gleichen Raum informieren zwei SBB-Leute ebenfalls viele Interessierte, wie sie mit Handy oder Computer ein Billett kaufen können. Für diese Schulung bieten die SBB sogar die Möglichkeit, einen Termin zu buchen, um sich individuell beraten zu lassen. «Dafür muss man aber dann nach Aarau oder Baden fahren», macht Hungerbühler klar.

Weiterbildung in Sachen öffentlicher Verkehr und Billette ab Smartphone gibt es übrigens auch von Pro Senectute: am 25. Januar zum Thema «Im A-Welle-Tarifverbund unterwegs» und am 13. März zur SBB-App.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1