Muri
Bald nagt der Bagger am Luwa-Gebäude

Das ehemalige Industrieareal in Muri wird für die Erstellung eines neuen Quartiers genutzt.

Eddy Schambron
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Der Abbruch auf dem Luwa-Areal beginnt Ende Mai, die Untergrundbelastung wird als verhältnismässig gering eingestuft. ES

Der Abbruch auf dem Luwa-Areal beginnt Ende Mai, die Untergrundbelastung wird als verhältnismässig gering eingestuft. ES

Eddy Schambron

Viel Zeit bleibt nicht mehr, um eine altbekannte Ansicht von Muri nochmals zu sehen: Ende Mai fahren die Bagger auf, und noch vor Ende Jahr ist von den Luwa-Gebäuden – Halle 5 ausgenommen – nichts mehr zu sehen. Mit dem Abbruch werden die Voraussetzungen für eine neue Überbauung mitten in Muri geschaffen. Auf den 2,2 Hektaren messenden heutigen Industrieareal realisiert die Feldmann Immobilien AG ein gemischtes Quartier mit Gewerbe-, Dienstleistungs- und Kulturnutzungen sowie Wohnungen.

Für den Abbruch und die fachgerecht getrennte Entsorgung der Schadstoffe des Luwa-Areals investiert die Feldmann Immobilien AG eine siebenstellige Summe. Diese aufwendigen Arbeiten werden von externen Spezialisten begleitet und kontrolliert, wie die Generalunternehmung in einer Mitteilung schreibt. Zudem werde in Koordination mit Kanton und Gemeinde während der Abbruch- und Bauzeit hohen Wert auf eine optimale Verkehrsführung auf der Luzernerstrasse gelegt.

Mit Gemeinde und Kanton

Die Feldmann Immobilien AG steuere die Entwicklung des Areals in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den kantonalen Behörden, insbesondere Ortsbildschutz und Denkmalpflege. Weiter organisiert sie die Investorensuche sowie den Verkauf und realisiert das Bauvorhaben. Der Wunsch nach Identität und Identifikation sei ein wichtiger Faktor bei der Umgestaltung der ehemaligen Maschinen- und Apparatefabrik Luwa. In Muri freue man sich auf einen Ort der Begegnung, wobei unterschiedliche Projekte, Formate und Aktionen denkbar, möglich und willkommen seien. Dereinst sollen Bewohnerinnen und Bewohner das neu entstehende Quartier beleben, Menschen in Büros ihrer Arbeit nachgehen, Besucher ihren Freizeitaktivitäten frönen und Restaurant- und Barbesuche oder Kultur geniessen. «Wir glauben an den Erfolg des Projektes und liessen uns von der Komplexität der Rahmenbedingungen nicht abschrecken. Deshalb investierten wir in dieses Industrieareal und die damit verbundenen aufwendigen Planungsprozesse», hält Carlo Gruber, Geschäftsleiter der Feldmann-Immobilien AG, fest. Die Halle 5 soll als Zeitzeuge der industriellen Vergangenheit im Zentrum des Areals bestehen bleiben und als «Erlebniswelt» mit Ausstrahlung für die ganze Region genutzt werden.

Für Interessierte und Neugierige wird als Besichtigungsplattform ein Container installiert. Dort veranschaulichen fortlaufend Pläne und Informationen, wie das Luwa-Areal dereinst aussehen wird. «Unser Anliegen ist das gefahrlose Beobachten des Baustellengeschehens», unterstreicht Gruber. Selbstverständlich wird die Grossbaustelle grossflächig abgesperrt, Beeinträchtigungen sollen so gering wie möglich gehalten werden.

Kaum Altlasten

Auf dem Luwa-Areal wurden während gut 80 Jahren Kessel, Rohre, Tanks und Kälteapparate hergestellt. Von etwa 1920 bis 1966 fertigte die Otto Wild AG Röhren und Kessel, von 1965 bis 1971 war sie auch im Apparatebau tätig. Die nachfolgende Besitzerin, die Luwa AG, betrieb von 1971 bis 1974 hier den Apparate- und Behälterbau sowie eine Kesselschmiede und von 1974 bis 2001 die Fertigung von Klimaapparaten und Kältemaschinen sowie den Metallbau. Seit 2001 waren die N+K Produktions AG, die Colortech AG und seit 2005 die MWN Technik mit der Herstellung von Metallwaren, der Pulverbeschichtung von metallischen Werkstücken und einer mechanischen Werkstätte tätig. «Für einen Industriestandort mit einer fast 90-jährigen Nutzungsgeschichte ist das Ausmass der Untergrundbelastung ausserordentlich gering», stellte die Sektion Abfälle und Altlasten des Departements Bau, Verkehr und Umwelt nach entsprechenden Untersuchungen fest.

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