Muri
Bald gibt es für die Freiämter Bauern Geld für schöne Landschaften

Für die Landwirte gibt es ab 2016 Geld, wenn sie freiwillig ins Projekt Landschaftsqualität Oberes Freiamt einsteigen. Die Landschaftskommission des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt erarbeitet neue Projekte.

Eddy Schambron
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Pflanzt der Bauer einen Hochstammbaum, verschönert er die Landschaft und könnte dafür noch Geld vom Bund bekommen.ZVG

Pflanzt der Bauer einen Hochstammbaum, verschönert er die Landschaft und könnte dafür noch Geld vom Bund bekommen.ZVG

Eddy Schambron

Für die Landwirte gibt es ab 2016 Geld, wenn sie freiwillig ins Projekt Landschaftsqualität Oberes Freiamt einsteigen. Mit diesem sollen neu neben Produktion und Ökologie auch Leistungen für attraktive, naturverträgliche Erholungslandschaften finanziert werden. Der Nutzen für die Öffentlichkeit sind attraktive Landschaften, welche wiederum Wettbewerbsvorteile im Standortmarketing bedeuten. «Die Nahrungsmittelproduktion bleibt jedoch weiterhin die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft», betonte Stefan Balmer, Präsident der Landschaftskommission des Regionalplanungsverbandes (Repla) Oberes Freiamt an einer ersten Orientierung für Landwirte und Gemeinderäte.

Beispiel Seetal

Am Beispiel Lebensraum Lenzburg-Seetal zeigte Landschaftsarchitekt Victor Condrau auf, wie Landschaftsqualität und die Leistungen dafür zu verstehen sind. Pflanzt ein Bauer zusätzliche Hochstammbäume, wertet er die Landschaft auf. Das Gleiche gilt etwa für farbige und spezielle Hauptkulturen im Ackerbau, extensive Weidewiesen oder die Eingliederung von Gewerbebauten oder Infrastrukturen. Beitragsberechtigt sind einmalige und jährlich wiederkehrende Leistungen, die im Rahmen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung durch die berechtigten Betriebe erbracht werden. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, Neubepflanzungen vorzunehmen. «Bestehende Sachen, etwa eine Baumallee oder bereits angelegte Ackerschonstreifen, können zu Landschaftsqualitätsbeiträgen berechtigen», machte Victor Condrau deutlich. Ebenso können etwa ökologische Massnahmen, die bereits unterstützt werden, zusätzlich angemeldet werden. Ins Projekt einfliessen können auch regionalspezifische Massnahmen oder verortete Einzelmassnahmen. Grundsätzlich soll die Schwelle zur Beitragsberechtigung tief gehalten werden.

Landschaftsqualitätsbeiträge sind ein Teil der neuen Agrarpolitik. Die Beiträge sind kein zusätzliches Einkommen für die Landwirtschaft, sondern als Ausgleichsmöglichkeit für wegfallende Tierhalterbeiträge gedacht. Eine Beteiligung für Landwirte ist in jedem Fall freiwillig, wer aber ab 2016 mitmacht, tut dies für mindestens acht Jahre. Voraussetzung für die Anmeldung von Landschaftsqualitätsbeiträgen ist ein regionales Projekt, welches vom Bund genehmigt werden muss. Im Bezirk Muri übernimmt die Trägerschaft für das Projekt die Repla Oberes Freiamt, welche die Erarbeitung an der kommenden Abgeordnetenversammlung vom 11. März beschliessen wird. Die Projektkosten sind mit gut 40 000 Franken veranschlagt. Der Bund übernimmt 20 000 Franken, der Kanton 10 000 Franken

Der Kanton finanziert mit

Die Landschaftsbeiträge werden durch den Bund bezahlt, wobei eine Mitfinanzierung von zehn Prozent durch eine Trägerschaft gefordert ist. Ursprünglich waren dabei die Gemeinden im Visier. Im Aargau übernimmt gemäss Grossratsbeschluss vom 4. November der Kanton diese Mitfinanzierung, «was sehr erfreulich ist», wie Balmer feststellte. Für Pius Wiss, Präsident der Repla Oberes Freiamt, macht es Sinn, dass die Repla das Konzept ausarbeitet. Wenn die Abgeordnetenversammlung im März grünes Licht gibt, wird die Projekteingabe beim Kanton Ende September erfolgen und Ende Oktober beim Bund. «Der Start der Landschaftsqualitäts-Projekte ist dann spätestens ab 1. April 2016 möglich», sagten die Verantwortlichen.

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