Muri

Bald endet die erste Saison des Sommerrestaurants The Beiz – ob es eine zweite gibt, steht noch in den Sternen

Die Idee eines Sommerrestaurants geistert schon lange in ihen Köpfen – diesen Sommer haben sie Ihre Vision umgesetzt. Und das Trio kann auch einen Vollmond improvisieren.

Eigentlich wäre Laura Hofmann jetzt in Griechenland und würde ihren Traum einer Weltreise leben. Stattdessen sitzt sie in einem grossen Zelt im alten Pflegigarten in Muri. Gemeinsam mit Myra Brügger und Philipp Galizia blickt sie auf einen Sommer zurück, der zwar so nicht geplant, für sie alle aber nicht weniger traumhaft war. Der Beweis: «Dass wir nach sechs Wochen immer noch da sitzen und es gut haben», sagt Galizia und lacht.

Die Idee eines Sommerrestaurants geistert schon lange in den Köpfen von Hofmann und Brügger herum. «Wir haben immer gesagt, wenn Laura vom Reisen zurück ist, machen wir das», erzählt Myra Brügger. Jetzt sei eben alles etwas schneller gegangen. Gemeinsam mit Philipp Galizia haben sie als Corona-Beschäftigungsprogramm «The Beiz» ins Leben gerufen. Seit dem 31. Juli bedienen sie in ihrer Sommergastwirtschaft die Bevölkerung von Muri und Umgebung mit frisch zubereitetem Essen und Drinks, während unterschiedliche Livedarbieter für Unterhaltung sorgen.

Sturheit und Trotz haben sich gelohnt

Innerhalb von nur zwei Monaten haben sie das Projekt auf die Beine gestellt. Doch ohne Unterstützung von aussen hätte das nicht einmal dieses Trio geschafft. «Wir hatten einen extremen Support und viele Helfer», betont Hofmann.

Das Zelt wurde ihnen von der Pflegi Muri zur Verfügung gestellt. Auch beim Organisieren der Tische und Stühle hatten sie Hilfe. «Hätten wir das Mobiliar selber mieten müssen, wäre das alles nicht möglich gewesen», zeigt sich Galizia dankbar.

Auch vom anfänglichen Gegenwind sei nichts mehr zu spüren. Da hätten sie zu Beginn auch etwas stur sein müssen, wie Galizia lachend erzählt: «Manchmal waren wir wirklich trötzelig und haben gesagt: Doch wir machen das jetzt.» Ihr Durchsetzungsvermögen hat sich gelohnt und auch die Angst der Nachbarn, «The Beiz» könnte eine Ballermannecke werden, sei schnell verflogen. «Ein Nachbar bringt uns sogar immer Gurken und Kräuter», erzählt Brügger fröhlich.

Ein Gulasch draussen im Scheinwerferlicht

Im Gespräch mit den drei Organisatoren fällt schnell auf, wie eingespielt dieses Team ist. Es wird viel gewitzelt und herzlich gelacht – auch über kleine Missgeschicke. «Eigentlich hätten wir noch eine Vollmondnacht geplant. Es kommt extra jemand, der auf dem Feuer ein Gulasch kocht», sagt Brügger und alle lachen. «Aber Philipp hat einen falschen Kalender ausgedruckt. Vollmond war bereits vor zwei Wochen.» Für Philipp Galizia gar kein Problem: «Ich hänge einfach einen Scheinwerfer an den Baum.»

Über negative Zwischenfälle können die drei Organisatoren aber glücklicherweise nicht klagen. «Wir haben das schönste Ziel erreicht: Es kommen Familien mit Kindern und ältere Leute mit dem Rollator, alle durchmischt», freut sich Galizia. Auch mit ihren Gästen hätte es nie Probleme gegeben.

«Ich denke, die Leute sehen, wie viel Liebe und Arbeit hier drinsteckt und respektieren das auch», so Hofmann. Und für die meisten der kleinen Probleme hat Galizia einen Tipp auf Lager. Zum Beispiel: «Kauf nie schwarze Kaffeetassen. Sie sind zwar dicht, aber aussen bringst du sie nie mehr sauber.»

Nach dem Austrinken folgt ein Monat Schlaf

Am Samstag, 26. September, wird in «The Beiz» ausgetrunken. Bis dann öffnet die Gastwirtschaft ihre Zelttüren aber noch immer von Mittwoch bis Samstag von 17 bis 24 Uhr. «Am Donnerstag bereits um 10 Uhr und es gibt auch ein Mittagessen», sagt Laura Hofmann.

Nun freuen sich die drei auf die letzten Tage von «The Beiz». Denn, ob es ein Nächstesmal geben wird, das weiss niemand. «Jetzt werde ich zuerst einen Monat schlafen», sagt Hofmann und die anderen stimmen ihr lachend zu. Es sei schön gewesen, trotzdem muss Brügger zugeben: «Jetzt spüren wir alle die langen Tage.»

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