Venehmlassung

Bahnübergang Boswil: Fragezeichen zu den Kreiseln

Bahnübergang Boswil: Fragezeichen zu den Kreiseln

Bahnübergang Boswil: Fragezeichen zu den Kreiseln

Die Parteien sind sich einig: Der SBB- Niveauübergang in Boswil muss endlich aufgehoben werden. In der Vernehmlassung bringen sie aber Kritik an den hohen Kosten für die geplante Überführung an und verlangen harte Verhandlungen mit den SBB.

Am 31.August 1993 hatte der Grosse Rat das generelle Projekt zur Aufhebung des SBB-Niveauübergangs in Boswil genehmigt und einen Bruttoverpflichtungskredit von 10,4 Millionen Franken bewilligt. Mit der Teuerung beläuft sich der indexierte Kredit inzwischen auf 14,8 Millionen Franken. Das Vorhaben musste in den 90er-Jahren aufgrund finanzieller Engpässe zurückgestellt werden. Die Kostenprognose liegt jetzt bei 23,0 Millionen Franken. Darin enthalten ist neu eine Risikoreserve von 2,1 Millionen Franken oder zehn Prozent. Damit belaufen sich die Mehrkosten gegenüber dem 1993 bewilligten Kredit von 14,8 Millionen Franken auf 8,2 Millionen Franken.

«Schlanke Bauweise» gefordert

Die CVP des Kantons Aargau ist erstaunt, dass dieses wichtige Vorhaben immer wieder nach hinten verschoben wurde. Sie nimmt von der dadurch entstandenen Verteuerung um 8,2 Millionen Franken «nur äusserst ungern Kenntnis», wie es in der Vernehmlassung heisst. «Die Entwicklung der dort ansässigen Indus-trie- und Gewerbebetriebe sowie der Verkehr zwischen den Dörfern wäre ohne Sanierung massiv beeinträchtigt.» Die CVP Aargau fordert den Kanton auf, mit den SBB bezüglich einer Kostenbeteiligung hart zu verhandeln, da der Aargau als Kanton mit dem längsten Anteil an der Transitachse Basel–Chiasso stark von den Lärmemissionen der Güterzüge betroffen ist. Diese Emissionen werden sich ab 2016 massiv steigern. Weiter spricht sich die CVP für eine schlanke Bauweise aus, «ohne den da und dort schon beobachteten Perfektionismus beim Kreiselbau».

Zu hohe Risikoreserve

Auch die SVP Aargau erachtet die Aufhebung des Niveauübergangs in Boswil als dringend nötig. Die langen Wartezeiten an der SBB-Linie seien nicht mehr zumutbar. Auch wird Boswil mit der neuen Linienführung vom Verkehr entlastet. «Leider haben sich die Kosten für das Projekt mehr als verdoppelt, obwohl die Teuerung nur rund 40 Prozent beträgt. Auch kann sich die SVP mit einer Risiko-
reserve von 2,1 Millionen Franken nicht einverstanden erklären», heisst es in der Vernehmlassung der Partei. «Ein sinnvolles Projekt, aber (zu) hohe Kosten», lautet die Schlussfolgerung. Der Regierungsrat wird aufgefordert, die Kosten zu optimieren. «Insbesondere können die beiden Kreisel, wenn überhaupt notwendig, sicher günstiger realisiert werden.»

Kreisel Industrie «nicht nötig»

Für die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) des Kantons Aargau ist dieses Projekt «überfällig». Einzig beim Kreisel Industrie setzt die BDP ein Fragezeichen. Kreisel seien heute sehr in Mode und hätten vielerorts ihre Berechtigung. Aber nicht überall seien Kreisel sinnvoll und notwendig. Denn jeder Kreisel bedeute, dass alle Fahrzeuge und insbesondere schwere Lastwagen abbremsen und dann mit viel Treibstoffverbrauch wieder losfahren müssten. Nach Meinung der BDP ist der Kreisel Indus- trie ein solch unnötiger Kreisel. Mit einer Belastung von 2900 Fahrzeugen pro Tag auf der K359 sei die Einfahrt in diese Kantonsstrasse auch ohne Kreisel gut möglich.

Auch die Geschäftsleitung des Aargauischen Gewerbeverbands unterstützt die Aufhebung des SBB-Übergangs in Boswil mit den entsprechenden Sicherheitsmassnahmen. Sie bedauert die Kostensteigerung und hält fest, die langen Wartezeiten seien sowohl aus volks- als auch betriebswirtschaftlicher Sicht schädlich.

Meistgesehen

Artboard 1