Gestern Montagmorgen kam es zu einem regelrechten Kollaps am Wohler Bahnhof. Nichts ging mehr. Auch wenn laut SBB-Sprecher Bahnersatzbusse zur Verfügung standen, warteten Hunderte Pendler auf ihre Verbindungen. Besonders, weil die Ersatzbusse erst um 5.30 Uhr ihre Fahrt aufnahmen, obwohl die Störung bereits um 4.25 Uhr begonnen hatte. Zudem schien es an der Kommunikation zu mangeln, wie folgender Tweet einer Pendlerin um 7.27 Uhr zeigt: «Wohlen - Aarau; Der Ersatzbus von Wohlen her ist übervoll, nichtmal alle passen hinein! Der Zug in Hendschiken fährt auch nicht ab – Was ist da los?»

Der Bahnverkehr zwischen Hendschiken und Wohlen war gemäss SBB wegen ausserordentlicher Bauarbeiten unterbrochen. Auch alle Verbindungen dazwischen und nach Lenzburg waren betroffen. Die Folge: Verspätungen und Ausfälle. Der Güterverkehr wurde komplett unterbrochen, wie die SBB mitteilte.

Grund für den Unterbruch war eine Stellwerkstörung im Bahnhof Dottikon-Dintikon, zu der es während Unterhaltsarbeiten in der Nacht von Sonntag auf Montag gekommen war. Raffael Hirt, Mediensprecher der SBB, bestätigt schriftlich: «Es kam während der geplanten Bauarbeiten zu einer Störung, deren Behebung viel Zeit in Anspruch nahm.» Mehr wurde nicht bekannt gegeben.

Verständnis für das Problem, aber nicht für die Lösung

Für den Ausfall schienen die Pendler mehr oder weniger Verständnis aufbringen zu können. Einer der gefragten Passanten sagt gegenüber der AZ: «An solchen Situationen kann man nun mal nichts ändern. Sich darüber aufzuregen, bringt auch nichts.» Was jedoch kritisiert wurde, war die Art und Weise, wie die Situation gehandhabt wurde. Vor allem die Informationen, wo und wann die Ersatzbusse fahren würden, waren für jene, die noch nichts von den Ausfällen wussten, nicht gut genug ersichtlich und führten zu Frustration.

Auch ein Busfahrer empfand die Kommunikation und Organisation der SBB als eher unglücklich und äusserte gegenüber der AZ Freiamt: «Dringende Bauarbeiten können vorkommen, tun dies in letzter Zeit aber immer mehr. Und die Information und Bereitstellung von Ersatzbussen verlief viel zu langsam.»

Wieder Ruhe nach dem Pendleransturm

Nachdem der Bahnhof am Morgen dem einer Grossstadtstadt geähnelt hatte, beruhigte sich die Situation relativ schnell wieder. Bereits um 10 Uhr war von dem Tumult nichts mehr zu sehen. Die meisten Pendler hatten mittlerweile von den Ausfällen gehört und sich im Voraus über mögliche Anschlussverbindungen oder Alternativen informiert. Die Busse waren nicht mehr überfüllt und die meisten öV-Benützer konnten ihre Reise in Ruhe fortsetzen.

Genau ab 12.58 Uhr konnte der Bahnverkehr weitergeführt werden, und es soll zu keinen weiteren Problemen auf der Strecke kommen, so der SBB-Sprecher: «Unsere Fachleute konnten die Störung beheben und der Betrieb hat sich normalisiert.»