Farbige Absperrbänder hindern die Zugreisenden daran, vom Bahnhofplatz direkt auf die vordere Seite des Bahnhofes zu gelangen. Grund: Die SBB stutzen das Dach vom Perron 1 zurück, um dem Vier-Meter-Korridor für den alpenquerenden Güterverkehr auf der Nord-Süd-Achse den notwendigen Platz zu verschaffen. Gleichzeitig werden an verschiedenen Perrons die Dachflächen erneuert.

Nachtlärm ist denkbar

Über die Arbeiten informierten die SBB einzig die Anwohner in einem Brief. Darin bitten die Bundesbahnen um Verständnis, falls die unumgänglichen Lärmemissionen die Anstösser in einer Nacht während der Woche vom 22. bis 26. Oktober stören sollten. Aus betrieblichen und sicherheitsrelevanten Gründen – wegen der Nähe zur Fahrleitung und zu den fahrenden Zügen – müssen die SBB gewisse Arbeiten in der Nacht bei ausgeschalteter Fahrleitung ausführen.

Der Vier-Meter-Korridor für den alpenquerenden Güterverkehr ist eines der grösseren Infrastrukturprojekte des Bundes. Der Korridor von Basel bis Chiasso/Ranzo soll bis 2020 fertiggestellt werden und 990 Millionen Franken kosten. Der Ausbau ist Teil der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.

Den Güterschuppen abbrechen?

Nicht mehr allzu lange müssen die Wohler auf die neue Personenunterführung am Bahnhof und den Busbahnhof warten. Die Unterführung befindet sich laut Roland Konrad, Abteilungsleiter Bau und Umwelt in Wohlen, im Plangenehmigungsverfahren. Sobald die Bewilligung vorliegt, kann mit dem Bau der Unterführung begonnen werden. Das wäre im nächsten Jahr möglich, teilt Konrad mit. Über den Baukredit für den Busbahnhof kann die Bevölkerung im Sommer 2018 abstimmen.

Zusätzlich löste der Gemeinderat drei weitere Aufträge aus: Erstens wird eine Tiefgarage unter dem Busbahnhof geprüft, zweitens eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bushofes und drittens, wie die Teilfläche der Strassenparzelle östlich des heutigen Kiosks am Bahnhof überbaut werden kann. Rund um den Bahnhof stehen verschiedene Entwicklungen an: Die Aargauerstrasse, die alte Bahnhofstrasse und die Bahnhofstrasse sollen etappenweise saniert und aufgewertet werden. Dazu laufen Abklärungen, wie das Areal des Freiverlades und des Güterschuppens anders genutzt werden könnte. Langfristig strebt die Gemeinde den Abbruch des Güterschuppens und die Verlegung des Freiverlades an. Das scheint, anders als früher, kein Tabu mehr zu sein (AZ vom 24. August). Damit könnte man die BDWM-Geleise in Zukunft direkt in den Bahnhof führen, was die Bahnreisenden bestimmt begrüssen würden. Die paar Meter zum Bahnhof zum BDWM-Perron könnten sie sich nach Beendigungen der Bauarbeiten also sparen.