Wohlen
Bahnhof-Überbauung: Das Signal steht weiter auf Rot

Die Projektgegner der Bahnhof-Überbauung in Wohlen schöpfen alle juristischen Möglichkeiten aus und ziehen den Fall weiter ans Bundesgericht. Feldmann Immobilien AG aus Muri wollte ursprünglich schon 2007 mit der Überbauung beginnen.

Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Die Wohler Bahnhofüberbauung gibt es weiter nur als Modell. zvg

Die Wohler Bahnhofüberbauung gibt es weiter nur als Modell. zvg

Schon im Sommer 2007 hätte der Spatenstich zur Bahnhofüberbauung hinter dem Restaurant Feldschlösschen erfolgen sollen. Die Baubewilligung der Gemeinde liegt vor, ist aber noch immer nicht rechtskräftig. Denn Anwohner haben den Baustart mit Beschwerden bisher verhindert. Die Feldmann Immobilien AG in Muri, die das Projekt realisieren will, rechnet laut ihrer Website noch dieses Jahr mit dem Baubeginn.

Dies scheint aber fraglich, denn die Einsprecher fechten auch das letzte – für sie negative – Urteil des Verwaltungsgerichts an. «Wir ziehen den Fall weiter ans Bundesgericht», sagt einer der Projektgegner, der nicht namentlich genannt werden möchte. Sein
Anwalt werde in Lausanne fristgerecht Beschwerde einreichen.

Anwohner will Land selber kaufen

Der Anwohner betont, es gehe ihm nicht darum, das Projekt zu verhindern. «Ich bin der Meinung, dass ein Bau mit 90 Prozent Wohnanteil an diesem Standort nicht optimal ist», sagt er. Dies habe er an einer Sitzung auch Gemeindeammann Walter Dubler mitgeteilt, verbunden mit dem Angebot, der Gemeinde das Land abzukaufen und selber ein Projekt zu realisieren. «Ich biete 100000 Franken mehr als Feldmann», erklärt der Anwohner, der laut eigener Aussage seit 1958 zahlreiche Wohn- und Gewerbebauten erstellt hat. Aus seiner Sicht sollte beim Bahnhof eine Überbauung mit 60 Prozent geschäftlicher Nutzung erstellt werden.

«Vor einem Weiterzug ans Bundesgericht war mir die Stellungnahme von Herrn Dubler sehr wichtig», hält der Anwohner fest. Der Gemeindeammann sei aber nicht auf seine Ideen eingegangen, daher beschreite er nun den juristischen Weg.

Gemeinde an Vertrag gebunden

Dubler bestätigt auf Anfrage der az Aargauer Zeitung das Gespräch mit dem Anwohner, relativiert aber: «Er kam unangemeldet in mein Büro, es war keine Sitzung.» Zur angekündigten Beschwerde gegen das Verwaltungsgerichtsurteil – das im Sinn der Gemeinde ausgefallen war – will sich der Ammann derzeit nicht äussern. «Ich möchte nicht spekulieren, der Gemeinderat wird sich verlauten lassen, wenn Fakten vorliegen.»

Das Kaufangebot des Anwohners für das Land beim «Feldschlösschen» ist für Dubler keine Option. «Wir haben einen Vertrag mit Feldmann, und die Gemeinde Wohlen ist eine verlässliche Partnerin», sagt er. Der Anwohner betont derweil, die Bauherrschaft sei ans ursprüngliche Projekt gebunden. «Bei jeder Änderung sind wieder Einsprachen möglich», erklärt er – und lässt keinen Zweifel daran, dass er dieses Rechtsmittel auch nutzen würde.