Wohlen
Badi und Eishalle: «Sehr schön, aber zu teuer»

Am Mittwoch wurde das neue Projekt Badi/Eishalle für 24 bis 27 Millionen vorgestellt, das bis 2016 stehen soll. Dass das Freibad (Jahrgang 1967) saniert werden muss, scheint für die Politiker von links bis rechts ausser Frage zu stehen.

Andrea Weibel
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Projekt Schwimmbad und Eishalle in Wohlen
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Eishalle: Die Fassade des zweigeschossigen Baus ist von der Eisfläche inspiriert.
Badi: Die Pilzstützen sollen weiterhin den Eingang prägen, dort ändert sich wenig.

Projekt Schwimmbad und Eishalle in Wohlen

aussehen. Visualisierungen: ARGE phalt Architekten AG / b+p Baurealisation AG, Grafik: Barbara Adank

Öffentliche Parkanlage, architekturhistorisch wertvolle Elemente und harmonische Verbindung der Sportanlagen – mit so klingenden Worten pries Vizeammann und Jury-Präsident Matthias Jauslin am Mittwoch das Siegerprojekt für Schwimmbad und Eishalle an. Tatsächlich scheint es auch den 15 Einwohnerratsmitgliedern gefallen zu haben, die an der Präsentation anwesend waren. «Es wäre genial, wenn das Projekt genau so realisiert werden könnte», fand die Vizepräsidentin des Einwohnerrats, Ariane Gregor (CVP).

Diesem Votum widersprach grundsätzlich niemand. Allerdings handle es sich, wie Jauslin betonte, «erst um eine Studie, nicht ums endgültige Projekt». Denn das muss noch gründlich überarbeitet werden. Auch hier sind sich die Politiker einig: Für eine klare Stellungnahme ist es noch zu früh.

«Badi brauchen wir zwingend»

Dass das Freibad (Jahrgang 1967) saniert werden muss, scheint für die Politiker von links bis rechts ausser Frage zu stehen. «Die Badi brauchen wir zwingend», erklärte Arsène Perroud (SP) gestern auf Anfrage. Bruno Bertschi (SVP) stimmte ihm zu: «Ein Schwimmbad gehört zur Zentrumsgemeinde.» Bei der Eishalle , die das Eisfeld aus dem Jahr 1976 ersetzen soll, sieht das etwas anders aus. Ariane Gregor fasst zusammen: «Es ist zweischneidig: Ich glaube nicht, dass man es als Pflicht der Gemeinde ansehen kann, eine Eisbahn zu haben. Allerdings wäre es sehr schön, eine Eishalle zu haben. Man müsste aber den finanziellen Mehrwert aufzeigen können.»

Die Finanzen sind das Hauptthema, was die Eishalle betrifft. Von den ursprünglich budgetierten 20 Mio. Franken für das Gesamtprojekt umfasst sie rund zwei Drittel. Das Siegerprojekt bewegt sich noch in einem Rahmen von 24 bis 27 Mio. Franken. «Man müsste die umliegenden Gemeinden ins Boot holen», sagte Otto Erb (Dorfteil Anglikon). An der Infoveranstaltung waren sechs auswärtige Gemeindevertreter dabei.

Mehrheitsfähig oder nicht?

Otto Erb wertet es positiv, dass die beiden Projekte, also Eishalle und Schwimmbad, auch unabhängig voneinander und etappenweise gebaut werden können. «Ich glaube, das könnte mehrheitsfähig sein.» Bruno Bertschi ist da anderer Meinung: «Ich kann mir kaum vorstellen, dass so ein Brocken bei den Stimmbürgern durchkommen würde. Und den Steuerfuss wegen einer Eishalle zu erhöhen, stimmt nicht mit meinem Weltbild überein.»

Gemeinsam mit Thomas Burkard (Grüne) setzte sich Bertschi für die Nutzung von Synergien ein. «Ich hätte es bevorzugt, wenn die Eishalle gleich neben dem Eingang zur Badi geplant worden wäre, so hätte man die beiden Restaurants verbinden können», so Bertschi. Stattdessen soll nun ein Hinterausgang der Badi entstehen, von wo aus die Badegäste auch Zugang zum Restaurant der Eishalle hätten. «Allerdings glaube ich kaum, dass Leute in der Badehose in die Eishalle gehen wollen», hielt Gemeindeammann Walter Dubler fest.

Doch die Möglichkeit soll bestehen. Thomas Burkard fragte vor allem nach energetischen Synergien. «Kann die Abwärme der Eisfläche beispielsweise für die Badi verwendet werden?» Die Antwort lautete nein, denn diese werde direkt in der Eishalle – die im Minergie-Standard geplant ist – zum Heizen gebraucht, hiess es seitens der Architekten.

Sandra Lehmann (Grünliberale) gefiel vor allem die Aussicht auf einen öffentlichen Park. Und sie wollte wissen: «Wird das Wasser des Schwimmbads beispielsweise durch Sonnenenergie erwärmt?» Doch auch das verneinten die Architekten, denn die Sonnenkollektoren nützen nur dann, wenn die Sonne sowieso scheint, also hauptsächlich im Sommer. Dann müsste man sie abstellen, weil das Wasser sonst zu warm würde.

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