Ein Sommerabo in der Badi Bremgarten kostet in der kommenden Saison für Auswärtige 200 Franken, das Winterabo 310 Franken. Oder sie lösen ein Jahresabo für 100 Franken. Wie ist das möglich?

Der Stadtrat Bremgarten wollte die Eintrittspreise massiv erhöhen – an der Gemeindeversammlung hat aber ein überparteilicher Vorschlag obsiegt, der eine schrittweise Anpassung vorsieht. Dennoch wird auch mit der gemässigteren Variante der Badi-Besuch einiges teurer. Besonders für Auswärtige, also Besucher aus Gemeinden, die sich nicht an der Finanzierung beteiligen.

Ziel: 600 000 Franken

An der Wintergmeind kam aus der Versammlung der Antrag, der Stadtrat solle zudem ein Crowdfunding-Projekt realisieren. Die Idee: Bereits vor Saisonbeginn werden Abos zu einem stark reduzierten Preis verkauft. Das Angebot kommt nur zustande, wenn sich genug Leute daran beteiligen.

Im Fall von Bremgarten: Werden Abos im Wert von 600 000 Franken abgesetzt, können die Käufer profitieren, sonst bekommen sie ihr Geld zurück. Das Jahresabo kostet für Kinder 50, für Jugendliche 75, für Erwachsene 100 und für Familien 250 Franken. Ein auswärtiger Erwachsener kommt also in den Genuss einer Preisreduktion von 80 Prozent. Seit gestern können über die Website www.100-days.net Abos gekauft werden. «Weil es eine Weile dauern dürfte, 600 000 Franken hereinzuholen, wollten wir das Projekt noch vor Weihnachten aufschalten», so Stadtammann Raymond Tellenbach. Das Ziel zu erreichen sei schwierig, aber durchaus möglich. «Wichtig ist eine gute Vorbereitung, wir haben grosse Anstrengungen unternommen. Jetzt ist entscheidend, dass es sich herumspricht, über die Medien, Werbung und Mund-zu-Mund Propaganda.» Das Angebot läuft bis sieben Tage vor der Badieröffnung. Geplant ist sie auf Mitte Februar, kann sich aber je nach Wetter verzögern.

Keine Angst vor Besucherflut

Wer mitmacht, bekommt eine Quittung, und kann mit dieser an der Kasse sein Jahresabo beziehen. Je nach dem, wie gross der Rücklauf ist, wird auch in den kommenden Jahren ein Crowdfunding ins Auge gefasst. Ab Saisonbeginn gelten die von der Gemeindeversammlung beschlossenen Tarife.

Angst, dass die Badi vor Besuchern völlig überläuft, weil zu viele Saisonabos verkauft wurden, hat der Stadtammann nicht. «Wir erwarten, dass nicht alle ihr Abo bis aufs Letze ausreizen. Einige werden damit wohl auch die Badi unterstützen», sagt Tellenbach. «Zugegeben, wenn 500 Personen ins Hallenbad wollen, dann haben wir ein Problem – so viel Wasser haben wir einfach nicht», gibt er schmunzelnd zu. Vermutlich werde sich schnell zeigen, ob das Projekt eine Chance hat oder nicht. «Ende Januar sollten wir einen Anhaltspunkt haben», erklärt Tellenbach.

Badi-Abos unter www.100-days.net/de/projekt/schwimmen-fuer-alle